HAUS DER TÖDLICHEN SÜNDEN
(ALLA RICERCA DEL PIACERE, Italien , 1972, Regie: Silvio Amadio)
Greta (Barbara Bouchet) reist nach Italien um für den Autor Richard Stuart (Farley Granger) als Sekretärin zu arbeiten. Doch Greta verfolgt eigentlich ein anderes Ziel: eine Spur von ihrer spurlos verschwundenen Freundin Sally zu finden, die ebenfalls für den Autor gearbeitet hat. Wie auch Richard, wirft auch seine Frau Eleanora (Rosalba Neri) ein Auge auf Greta. Was haben die Beiden mit ihr vor und was ist mit Sally passiert?
Gemeinsam mit Kommissar Antonelli begibt sich Greta auf Spurensuche.
Regisseur Silvio Amadio (IL SORRISO DELLA IENA, 1972) schießt hier optisch aus allen Rohren. Bereits zu Beginn, während die Credits einlaufen und Barbara Bouchet mit einem Boot durch Venedig gefahren wird, um ans Festland gebracht zu werden, wo sie dann in einer Villa auf Rosalba Neri stößt, ist das Italo-Herz erfüllt mit Liebe. Seine Mischung aus Erotik-Thriller und Giallo wird mit vielen schönen Bildern langsam aufgebaut, die von Aldo Giordani meisterlich fotografiert wurden. Auch hier wurde mal wieder auf Venedig zurückgegriffen. Allerdings ist das Zentrum der Inszenierung die Villa von Richard und seiner Frau, in der sich eine prickelnde Dreiecks-Beziehung anbahnt. Die Handlung bietet immer wieder kleine Twists, die die Spannung hochhalten. Wer aber die üblichen Zutaten eines herkömmlichen Giallo sucht, wird enttäuscht. Der obligatorische Killer mit Messer, Hut und Mantel bleibt aus, aber der ist hier auch nicht von Nöten.
Auch die Erotik kommt nicht zu kurz, wenn sich Barbara Bouchet und Rosalba Neri näher kommen und in Zeitlupe Sex haben. Aber wenn die beiden Grazien an Bord sind, kann sowieso nicht viel schiefgehen. Richard Stuart wird von Farley Granger dargestellt, der sonderbar steif wirkt und zwischen den Damen einfach nur untergeht. Immer gern gesehen von mir: Umberto Raho, der hier den Butler spielt.
HAUS DER TÖDLICHEN SÜNDEN ist ein spannender Erotik-Thriller, dessen schönen Bilder zusätzlich mit einem Score von Teo Usuelli gezuckert werden. Freunde des italienischen Thrillers sollten unbedingt einen Blick riskieren.
(Bjoern Candidus)
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