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Tremors, 1990 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

IM LAND DER RAKETENWÜRMER
(TREMORS, 1990, Regie: Ron Underwood)

Die Umgebung des Wüstenstädtchens Perfection Valley, in dem nur eine Handvoll Menschen leben, wird von riesigen Würmern terrorisiert, die sich unterirdisch ihren Opfern nähern. Eine Gruppe Menschen stellt sich der Gefahr und rüstet sich zum Kampf gegen die Raketenwürmer. 

Gut 34 Jahre hat Ron Underwoods Monsterfilm nun schon auf dem Buckel, und ich erinnere mich noch gut an die RTL-TV-Premiere (vermutlich 1993), die brav aufgenommen wurde, damit ich den Film immer wieder gucken konnte, besonders gern im Sommer. 

Gewürm in der Wüste war in den 80er-Jahren durch DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER (1983) und DER WÜSTENPLANET (1984) durchaus im Kino vertreten, aber um 1990 war das Riesenmonster-Thema nicht mehr unbedingt populär, und so verstehe ich den Film mehr als eine Hommage an das 50er-Jahre-Monsterkino mit den Gepflogenheiten der 80er-Jahre. 
Durch das Wüsten-Western-Setting entsteht ohnehin eine gewisse zeitliche Neutralität, die ein genaues Jahrzehnt erst mal kaschiert. Es sind dann mehr die Figuren und ihr Verhalten, was das Jahrzehnt verrät. Mit Kevin Bacon als Valentine McKee im Cowboylook mit Hut und ganz in Jeans gekleidet und Fred Ward als sein Kollege Earl Bassett hat man voll ins Schwarze getroffen. Gleiches gilt für Michael Gross als Waffennarr Burt Gummer und Reba McEntire als seine Frau Heather Gummer. Finn Carter ist als Seismologin Rhonda LeBeck am Start und Victor Wong als Ladenbesitzer Walter Chang. Die Besetzung ist rundum sympathisch und die Figuren machen Spaß. Auch wenn mir der Wortwitz stellenweise etwas zu viel war, ist die humorvolle Seite des Films im großen Ganzen durchaus gelungen. Die tollen Monster-Effekte und die teils blutigen Momente mit Fun-Splatter-Anleihen sind aber die wahren Highlights der Produktion. Hier hat man es mit sehr ansehnlichen Creature-Effects zutun, die für das Genre jener Tage beachtlich sind.
Es gibt einige wirkungsvolle Attacken, und die Tatsache, dass die Gefahr lange Zeit nicht sichtbar ist, ähnlich wie bei DER WEISSE HAI, erhöht die Spannung. Was das Meer für den Hai ist, ist der Sand für den Wurm. Die Gefahr, die sich hier nähert, ist allerdings spürbar, da der Boden bebt, wenn sich ein Wurm nähert. 

Neben der tollen Landschaft von Lone Pine im sonnigen Kalifornien mit den Bergen der Sierra Nevada im Hintergrund, hält man sich entweder im Bunker von den Gummers auf oder ist in dem winzigen Nest Perfection und sitzt im Gemischtwarenladen von Chang herum, wo es später auch zu einer bekannten Belagerungsszene kommt. In erster Linie ist man aber hier unter freiem Himmel, was dem Film gut tut und zusätzlich Erinnerungen an FORMICULA (1954) und TARANTULA (1955) aufkommen lässt. 

Da die Produzenten wenig begeistert von dem Score von Ernest Troost waren, was ich in diesem Fall gut verstehen kann, musste Robert Folk einspringen, der aber nur wenig Zeit hatte. Das führte dazu, dass die erste Hälfte immer noch den Score von Troost und die zweite den von Folk hat, was kaum zu überhören ist. 

IM LAND DER RAKETENWÜRMER ist ein energiegeladener Monsterfilm mit sehr starken Effekten und einer passenden Besetzung, der bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat. 

Nach den ersten beiden Fortsetzungen, die mir beide überhaupt nicht gefallen haben, war ich raus aus dem Franchise, was bis heute aktiv ist.

(Bjoern Candidus)

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