DIE REISE ZUR GEHEIMNISVOLLEN INSEL
(LOST CONTINENT, USA, 1951, Regie: Sam Newsfield)
Eine Rakete der US-Army, ausgestattet mit einem Atomsprengkopf, stürzt über dem Südpazifik ab. Glück im Unglück, denn die Rakete geht nicht hoch. Dennoch muss die Massenvernichtungswaffe geborgen werden. Und so bricht ein Team aus Wissenschaftlern und Armee zu einer Insel auf, die ein prähistorisches Geheimnis birgt.
Noch bevor Eugène Lourié und Ray Harryhausen mit ihrem Rhedosaurus aus PANIK IN NEW YORK (1953) durch die Kinoleinwand brach, um das Publikum zu faszinieren, kam Sam Newsfield, der eine beachtlich umfangreiche Filmographie vorzuweisen hat, um die 1950er-Jahre prähistorisch zu vertreten.
Die Mischung aus Jules Verne und dem atomaren Schrecken, der das 50er-Jahre-Monster-Scifi-Kino dominierte, ist ein weniger bekanntes Fantasy-Abenteuer-Relikt. Der sehr langsame Aufbau der Geschichte und die steifen bis unsympathischen Darsteller (u.a. Cesar Romero, John Hoyt) machen die erste Hälfte etwas zäh und unattraktiv. Nach circa 45 Minuten wandelt sich der Schwarzweißfilm in einen Schwarzgrünfilm, natürlich mit dem Betreten der geheimnisvollen Insel. Ein netter Effekt, und dann wird es auch etwas spannender.
Während man für den ersten Dinosaurier ein Reptil benutzt, was durch eine optische Täuschung als riesig verkauft werden soll, geht es danach in die Stop-Motion-Bereiche. Hier darf man sich dann auf einen Flugsaurier, auf einen aggressiver Brontosaurus (!) und auf ein Duell zweier Triceratopse freuen. Das sieht ganz ordentlich aus. Sehr gelungen ist sind auch die Fels-Kulissen im Studio. Überhaupt hat der Film einen schönen Look, der die Darsteller schnell vergessen lässt.
DIE REISE ZUR GEHEIMNISVOLLEN INSEL ist eine unterhaltsame Variante einer bekannten Geschichte, die etwas braucht, um in Fahrt zu kommen, dann aber mit ihrem abenteuerlichen Charme in der zweiten Hälfte versöhnlicher wird.
(Bjoern Candidus)
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