DAS HAUS DER ANGST
(LA CASA DELLA PAURA, Italien, 1974, Regie: William Rose, Ramiro Oliveros)
Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis bekommt Margret Bradley von einer Bekannten ein Apartment im Haus der alten Mrs. Grant vermittelt. Doch das Glück hält nicht lange an, denn Alpträume suchen sie heim, und in der Realität wird sie immer wieder von einem Mann verfolgt, der ihr bis in das Haus von Mrs. Grant folgt. Als Margret schließlich wieder ausziehen will, lernt sie Jack kennen, der den angeblichen Selbstmord seiner Schwester untersuchen will, die vor Margret im gleichen Apartment gewohnt hat.
Dass hier bereits zu Beginn (während die Credits laufen) eine Frau auf sadistische Art getötet wird, ist nichts Besonderes im Giallo-Kino, aber dass es gleich zwei Täter sind, weicht ab. Überhaupt fällt DAS HAUS DER ANGST etwas aus dem üblichen Rahmen und entwickelt sich bis zum Ende durchaus interessant. Im gleichen Jahr ist auch das HAUS DER PEITSCHEN von Pete Walker und DAS PARFUM DER DAME IN SCHWARZ von Francesco Barilli entstanden, die durchaus Parallele aufweisen.
Da es heute nicht mehr richtig zu klären ist, ob nun William Rose (PROFESSOR LUST UND SEINE VÖGELEIN, 1967) oder Ramiro Oliveros (DIE LEICHENFABRIK DES DR. FRANKENSTEIN, 1974) den Film gedreht hat, bleibt auch für mich an dieser Stelle nichts zu sagen. Wer auch immer es war, er hat hier einen kurzweiligen Giallo gezimmert, der vor allem in der ersten Hälfte einige spannende Momente zu bieten hat. Die Atmosphäre ist düster und bedrohlich, auch wenn der Film neben der leicht ranzigen Villa immer wieder sommerliche Abschnitte in der Natur zu bieten hat. Außerdem mangelt es nicht an Sadismus und Gewalt. Hier bekommt man durchaus blutige Momente geboten.
Auch an bekannten Gesichtern fehlt es nicht. Neben Daniela Giordano, die als Margret etwas ausdruckslos bleibt, gibt es ein Wiedersehen mit der reizenden Rosalba Neri, der unheimlichen Giovanna Galletti und dem Muskelberg Brad Harris.
Für den Score zeichnet sich Berto Pisano verantwortlich, und hier liegt ein Kritikpunkt. Obwohl der Score für sich gesehen okay ist, passt er oft überhaupt nicht zum Geschehen und wirkt wie ein Fremdkörper.
Über weite Strecken ist DAS HAUS DER ANGST ein spannender und atmosphärischer Giallo mit einigen mysteriösen Momenten, nackter Haut und Gewalt. Von kleinen Schönheitsfehlern bleibt die Inszenierung allerdings nicht verschont.
(Bjoern Candidus)
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