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The Pyjama Girl Case, 1977 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BLUTIGER ZAHLTAG
(LA RAGAZZA DAL PIGIAMA GIALLO, Italien, Spanien, 1978, Regie: Flavio Mogherini)

Am Strand von Sydney findet ein kleines Mädchen eine grausam zugerichtete Frauenleiche. Die Leiche weist Verbrennungen auf, die so heftig sind, dass man die Frau nicht identifizieren kann. Die Polizei verhaftet einen Obdachlosen, doch der pensionierte Inspektor Thompson verfolgt eine andere Spur, die ihn selbst in höchste Gefahr bringt. 

Mitte der 1970er-Jahre war die große Phase des Giallo-Kinos langsam aber sicher vorbei, und erst 1982 sollte Dario Argento mit TENEBRAE noch mal richtig nachlegen. In der Zwischenzeit ist BLUTIGER ZAHLTAG entstanden, der sich gleich in mehrfacher Hinsicht von seinen Kollegen unterscheidet. Die Geschichte basiert lose auf einen wahren Fall, der sich in Australien im Jahre 1934 ereignet hat. Damals wurde eine Frau namens Florence Linda Agostini in Sydney getötet, und mangels Identifizierung, wurde ihre Leiche öffentlich zur Schau gestellt, wie auch in diesem Film. Zudem ist der Schauplatz Australien wohl einzigartig im Giallo-Kino, und der wirkt sich sehr positiv auf das Gesamtbild aus. Die Vegetation ist eine andere, die Autos haben das Steuer rechts etc. Für den einen mögen das Kleinigkeiten sein, für den anderen eine wunderbare Abwechslung. Außerdem schafft Regisseur Flavio Mogherini hier einen gelungenen Spagat zwischen Poliziottesco und Giallo. In der Regel sind es doch Privatpersonen, die die Fälle im Giallo lösen, während die Polizei am Rande auftritt. Hier konzentriert man sich mehr auf eine Kriminalfilm-Handlung mit einem Inspektor, Zeugenbefragungen und allem, was dazugehört, was wohl auch dem Hintergrund der Geschichte geschuldet ist. Auf die üblichen Merkmale, wie z.B. ein vermummter Killer mit Hut, Mantel, Handschuhen und Messer wird verzichtet. 

BLUTIGER ZAHLTAG hat aber auch ein Problem. Er hechtet zwar von Schauplatz zu Schauplatz und von Figur zu Figur, aber irgendwann wird es etwas ermüdend. Außerdem mischt sich eine weitere Geschichte ins Geschehen, die erst mal Verwirrung stiftet und leider auch nicht mit Spannung aufwarten kann, bis alles immer mehr Sinn ergibt. Mehr sei hier nicht gesagt. 

Neben dem charismatischen Ray Milland, der als pensionierter Inspektor wunderbar ins Bild passt, zeigt sich Dalila Di Lazzaro als Linda Blythe, die die einzige nennenswerte Dame in dem männerdominierten Film ist. Zudem sind hier Michele Placido, Mel Ferrer und Howard Ross am Start. Die Besetzung ist wirklich gut. Und wenn es auch manch langweiligen Moment geben mag, stört hier eine Sache zu keiner Sekunde: der fabelhafte Score von Riz Ortolani, der teilweise von Amanda Lear begleitet wird. Im musikalischen Bereich wird es fast Giallo-Klassisch, was einfach nur schön ist. 

BLUTIGER ZAHLTAG ist ein Sonderling im Giallo-Kino, der eigene Wege geht, die nicht immer die spannendsten sind, aber letztlich zu einem starken Finale führen. 

(Bjoern Candidus)

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Manhattan Baby, 1982 – ★★★→

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