SCHIZOID
(USA, 1980, Regie: David Paulson)
Ein Serienmörder hat es auf die Patientinnen einer Gruppentherapie abgesehen. Nach und nach fallen sie dem mysteriösen Killer zum Opfer. Steckt möglicherweise der Psychiater Dr. Fates hinter den Morden? Eine Journalistin will den Fall aufdecken, doch gerät dabei selbst ins Visier des Killers.
David Paulson hat hier für Cannon Films einen spannenden Whodunit-Thriller abgeliefert, dem mit Baujahr 1980 noch deutlich das 70er-Jahre-Kino anheftet. Der unbekannte Killer könnte mit seinem schwarzen Mantel mit Hut und Handschuhen direkt aus einem Giallo entsprungen sein, und das Mitwirken von Klaus Kinski erweckt zusätzlich das Gefühl von einer europäischen Produktion. Die Europa-Illusion zerbricht aber schnell, wenn man die breiten amerikanischen Autos auf nicht weniger breiten Straßen sieht. Aber auch Brian De Palmas Hitchcock-Giallo-Anleihen dürften eine Rolle gespielt haben, und mit dem Einsatz Craig Wesson greift man schon etwas vor. Vier Jahre später übernimmt Wesson in De Palmas Thriller BODY DOUBLE die Hauptrolle. Aber auch der Erfolg der Slasher-Welle, die durch HALLOWEEN (1978) einsetzte, ist zum Teil zu erkennen. In den Verfolgungs-, bzw. Tötungs-Szenen, die mit einem packenden Score von Craig Huxley (DER HORROR-ALLIGATOR, 1980) untermalt wurden, wird dies besonders ersichtlich. Aber nicht nur in diesen Momenten vermag es Paulson Spannung zu erzeugen, sondern auch im Rahmen der Figuren und ihren Konflikten. Auch da blitzt das Giallo-Kino wieder auf.
Und hier ist man mit Klaus Kinski als Psychiater bestens bedient. Ein recht entspannter Kinski ist anzutreffen, was die Angelegenheit zusätzlich erfrischt. Neben Donna Wilkes (DER WEISSE HAI 2, 1978) und Marianna Hill (DER PATE 2, 1974) und einem Haufen teils schrulliger Damen, finden wir noch Christopher Lloyd. Eine bunte Mischung.
Man darf David Paulson sicherlich die etwas langatmige Art der Inszenierung vorwerfen, aber mich hat das wenig gestört, zumal eine latente Beklemmung zu spüren ist, die nur selten ins Wanken gerät. Außerdem ist der Film ordentlich fotografiert und überzeugt durch das ein oder andere Set.
SCHIZOID ist weder ein überraschender noch innovativer Film, aber er funktioniert prima als das, was er ist: ein spannender Whodunit-Krimi-Slasher mit Giallo-Anleihen und einer sehr guten Besetzung.
(Bjoern Candidus)
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