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Crawl, 2019 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

CRAWL
(Kanada, Serbien, USA, 2019, Regie: Alexandre Aja)

Ein Vater (Barry Pepper) und seine Tochter (Kaya Scodelario) kämpfen ums Überleben. Draußen tobt ein gewaltiger Hurrikan, während beide eingesperrt in einem Keller Gefahr laufen durch die Wassermassen des Unwetters zu ertrinken oder von Alligatoren gefressen zu werden, die in Scharen in die Wohnsiedlung gespült wurden. 

Krokodile und Alligatoren haben eine lange Tradition im Horror-Kino. Da haben wir z.B. Filme wie DER FLUSS DER MÖRDERKROKODILE (1979), KROKODILE (1979), DER HORROR-ALLIGATOR (1980), DARK AGE – CROCODILE HUNTER (1987), DER MÖRDER-ALLIGATOR (1989), seine Fortsetzung KILLER CROCODILE 2 – DIE MÖRDERBESTIE (1990), ALLIGATOR 2 – DIE MUTATION (1992), LAKE PLACID (1999), CROCODILE (2000)… Die Liste ist lang, die Qualität unterschiedlich. Mit CRAWL liegt nun ein weiter Panzerechsen-Horrorfilm vor, der von Alexandre Aja inszeniert wurde, der mich mit HIGH TENSION (2003) und THE HILLS HAVE EYES (2006)ziemlich begeistern konnte. Bei CRAWL hielt sich meine Euphorie etwas in Grenzen. Die Erwartungshaltung war nicht hoch, denn mehr als einen Tierhorrorfilm mit CGI-Alligatoren habe ich nicht erwartet und auch nicht bekommen. Aber, um das vorwegzusagen: die Animation ist größtenteils sehr gelungen. Wenn sich das Gehirn einmal darauf eingestellt hat, dass es sich nicht um echte, bzw. Modell-Alligatoren handelt, gewinnen sie ein erstaunliches Eigenleben. Den Rest kaschiert die Geschwindigkeit ihrer Bewegungen und die Umwelt. Das Wetter und die Hintergründe sind teilweise ebenfalls am Rechner entstanden und haben mich aufgrund ihrer Künstlichkeit mehr gestört. Die meiste Zeit hält sich der Film aber im Keller auf, wo das Wasser kontinuierlich ansteigt, um den Spannungsfaktor zu erhöhen. Im Gore-Bereich gibt es nicht viel zu berichten, hier konzentriert man sich vor allem auf schnelle Bissattacken, zudem ist die Opferzahl gering. Überzeugend sind die über und unter Wasser-Szenen, die im besten Fall für Beklemmung sorgen, natürlich einhergehend mit dem Hurrikan, der draußen tobt. Auch die Figuren-Konstellation Vater-und-Tochter-in-Gefahr ist lobenswert, schließt sie doch ein weiteres Liebespaar der Filmgeschichte (nahezu) aus. Nicht mal die obligatorischen Nerv-Teens sind am Start. Aja spart einem immerhin Humor und dumme Sprüche. Die Dummheit zeigt sich hingegen im Verhalten mancher Figuren, die sich absolut unlogisch und nicht nachvollziehbar verhalten. 

Auch wenn die Spielzeit von gerade mal 87 Minuten für heutige Verhältnisse knapp ist, kam spätestens im letzten Drittel eine Ermüdung in mir auf. Irgendwann war es dann auch mal genug mit schnellen Bewegungen und Unruhe. 

CRAWL ist insgesamt kein schlechter Beitrag in der heute sehr vernachlässigten Welt der (ernsten) Tierhorrorfilme, dennoch bleibt ein leicht unangenehmer Geschmack haften. Zu oft wiederholt man sich, zu selten hält sich die Spannung, weil man direkt zur nächsten Szene will. Ein bisschen mehr Ruhe und etwas ausgefeiltere Charaktere hätten hier noch mehr reißen können.

(Bjoern Candidus)

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