DIE MÖRDERKLINIK
(LA LAMA NEL CORPO, Frankreich, Italien, 1966, Regie: Elio Scaradamaglia)
In der von Dr. Robert Vance geleiteten Nervenheilanstalt kommt es zu einer Reihe von Morden an jungen Frauen. Besonders die junge Krankenschwester Mary, die gerade ihre neue Stelle angetreten ist, wird auf die Belastungsprobe gestellt. Ob Personal oder Patienten: alle verhalten sich sonderbar oder verdächtig. Und es dauerte nicht lange, bis die nächste Dame den Weg zur Klinik findet, um als potentielles Opfer zu dienen. Aus Angst, seinen Ruf zu verlieren, weigert sich Dr. Vance, die Polizei einzuschalten. Ist er möglicherweise selbst der Mörder?
Der vor allem als Produzent tätige Elio Scaradamaglia, hat hier seine einzige Regiearbeit vorgelegt und einen sehr ansehnlichen Beitrag im Bereich des Gothic-Giallo geschaffen. Sowohl Mario Bava und Antonio Margheriti als auch die Hammer-Studios sind hier mehr als ersichtlich. Von Beginn an herrscht eine dichte Atmosphäre, die sich bis zum Ende halten kann. In schönen Technicolor-Farben präsentiert sich die Villa Parisi, die Genre-Freunden aus Filmen wie ANDY WARHOL‘S DRACULA (1974), PATRICK LEBT! (1980) und DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES (1981) bekannt sein dürfte. Außen wie innen ist diese Villa ein wahrer Hingucker. Außerhalb der Villa bekommt man ein herbstliches Bild geliefert, wenn es in den Wald geht und ein Sturm aufzieht. Sogar eine Höhle wird kurz betreten. Aber der Hauptschauplatz ist die Villa, die hier zur Nervenheilanstalt gemacht wurde. Düstere Korridore, unheimliche Schritte aus der oberen Etage und ein gespenstisches Phantom, was mit einem Rasiermesser durchs Gemäuer mordet, sorgt für wohligen Grusel. Recht qualitativ, wenn auch etwas schwer klingend, ist der Score von Francesco De Masi. Die Darsteller sind durch die Bank gut, allen voran William Berger. Mit Berger ist man meistens gut bedient. Hier ist er als Dr. Robert Vance zu sehen, der perfekt in seine Rolle passt.
Lange Zeit weiß man nicht genau, was wirklich vorgeht, und manchmal tritt die Inszenierung etwas auf der Stelle, aber im letzten Drittel wird man dann mit Antworten bedient, und das Giallo-Konstrukt wird rund. Inhaltlich verträgt sich das Ganze gut mit Filmen wie AUGEN OHNE GESICHT (1960) von Georges Franju, seinen zahlreichen Kopien bis zu Filmen wie DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL (1971) von Fernando Di Leo oder dem ebenfalls sehr schönen Gothic-Giallo SIEBEN TOTE IN DEN AUGEN DER KATZE (1973) von Antonio Margheriti.
DIE MÖRDERKLINIK ist ein sehr atmosphärischer Gothic-Giallo mit ein paar kleineren Schwächen, die durch gute Darsteller, tolle Sets und der wertigen Fotografie ausgeglichen werden.
(Bjoern Candidus)
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