A BETTER TOMORROW 2
(YING HONG BOON SIK 2, Hongkong, 1987, Regie: John Woo)
Diesmal ermitteln Sung Tse-Ho und Sung Tse-Kit gemeinsam als verdeckte Ermittler in einer Schiffswerft, die von einer Organisation geleitet wird, die Falschgeld produziert. Doch der Geschäftsführer der Werft, Lung, hat gar nichts mit den Machenschaften zu tun, sein Assistent Ko Ying Pui steckt dahinter. Als es zu einem blutigen Konflikt kommt, werden Lung zwei Morde in die Schuhe geschoben. Lung bekommt Schutz von Ho und Kit, die ihn von Hongkong nach New York begleiten, doch da geht das Übel erst richtig los.
Nach der Achterbahnfahrt aus emotionalen, actionreichen und blutspritzenden Momenten von A BETTER TOMORROW (1986), die mich schon staunend und gefesselt zurückgelassen haben, legt Woo noch einen drauf. Ich möchte mich gar nicht für einen Teil entscheiden; für mich stehen beide auf einer Stufe, weit oben, direkt neben HARD-BOILED (1992).
Nach einem Rückblick aus dem Vorgänger stürzt man sich sofort in ein neues Abenteuer, bestehend aus Dean Shek, Ti Lung, Leslie Cheung und dem hoch sympathischen Chow Yun-Fat. Eine wunderbare Zusammenstellung von tollen Schauspielern. Das dreckige 80er-Großstadt-Flair ist authentisch; der Wechsel zwischen Hongkong (am Anfang und Ende) und New York (in der Mitte) ist sehr belebend und tut der Dynamik des Films zusätzlich gut. Auch hier liegt der Fokus auf den Charakteren, auf ihren Einstellungen und auf der freundschaftlichen und familiären Bindung. Keiner ist hier egal, nur die auf der anderen Seite, die es gilt auszuschalten. Die Organisation hat zwar einen ersichtlichen Kopf, doch bleibt der und seine zahlreichen Handlanger ziemlich blass. Die gewinnen erst dann Farbe, wenn es zum großen Showdown kommt, der das Herz von Freunden bleihaltiger Gewaltausbrüchen zum toben bringen dürfte. Dann sind sie plötzlich getränkt von ihrem eigenen Rot. Woo feuert aus allen Rohren.
A BETTER TOMORROW 2 macht da weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Woo bietet glänzende Figuren mit Coolness, Witz, Tiefe und Schlagkraft. Dazu gesellt sich Action und Gewalt auf schönste Art. Perfekt!
(Bjoern Candidus)
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