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Dragonwyck, 1946 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

WEISSER OLEANDER
(DRAGONWYCK, USA, 1946, Regie: Joseph L. Mankiewicz)

Wir schreiben das Jahr 1844: Miranda Wells, eine Farmers Tochter, wird von Nicholas Van Ryan, einem entfernten Verwandten und Großgrundbesitzer, auf sein Anwesen am Hudson River eingeladen. Seinen Reichtum bezieht er aus der Pacht, denn die Bauern aus der Umgebung bezahlen für seinen Boden. Miranda soll auf Dragonwyck Manor als Gesellschafterin für seine kleine Tochter Katrine fungieren. Ihre Eltern, besonders ihr Vater hat Bedenken, die Tochter losziehen zu lassen, doch Miranda kann sich durchsetzen. In solch einem Anwesen zu wohnen war schon immer ihr Traum. Und da ihr der charmante Nicholas Van Ryn sympathisch erscheint, fühlt sie sich gleich wohl. Doch es dauert nicht lange, bis die ersten düsteren Wolken über Dragonwyck Manor aufziehen und sich langsam ein anderes Bild von Nicholas Van Ryn abzeichnet. 

Joseph L. Mankiewicz (CLEOPATRA, 1963) Regiearbeit, die auf einer Geschichte von Anya Seton basiert, die 1943, bzw. 1944 veröffentlicht wurde, glänzt in sämtlichen Bereichen. Die Story ist gut erzählt, baut sich langsam, fast heiter auf und wird zunehmend beklemmender. In wunderbaren Schwarzweißbildern (Ursprünglich sollte es ein Farbfilm werden) wird das Innenleben von Dragonwyck Manor zum Leben erweckt, auch wenn der Tod sehr viel näher ist. Hier sind Geheimnisse, die von Miranda gelüftet werden wollen. Dazu ist die Ausstattung sehr gelungen und repräsentiert die Zeit seiner Handlung. Auch inhaltlich erfährt man etwas über eine erzkonservative, stark vom Glauben geprägte Zeit. 

Mit Gene Tierney ist eine sehr schöne Dame an Bord, der man ihre Freude über den Wechsel ihres bäuerlichen Daseins zur gehobenen Gesellschaft abnimmt. Doch den Thron besteigt hier Vincent Price. Auch wenn Vincent Price bereits seit 1938 Erfahrungen als Schauspieler hatte, legt er hier als Nicholas van Ryn noch mal kräftig nach. Die Strenge, Überheblichkeit und Finsternis ist in jeder Pore zu finden und erinnerte mich sofort an seine Darstellung als Roederick Usher in DIE VERFLUCHTEN (1960). Wahnsinn, Sucht, Habgier, Verzweiflung sind Themen, die Price hervorragend versteht, ob als Opfer oder Täter, wenn nicht gar beides gleichzeitig. Hier ist seine Rolle geprägt von Macht, Reichtum, Egoismus, aber auch Schmerz und Drogensucht. Seine Aura ist überwältigend, aber lässt noch nicht den Funken Humor zu, der in vielen späteren Rollen immer wieder aufblitzt. 

WEISSER OLEANDER ist ein sehr düsteres Mystery-Melodram mit Gothic-Horror-Elementen. Ein Film der visuell und darstellerisch auf einer Höhe ist. Stark.

(Bjoern Candidus)

←The Fear, 1995 – ★½
A Better Tomorrow, 1986 – ★★★★★→

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