MORTY
(THE FEAR, USA, 1995, Regie: Vincent Robert)
Der Psychologiestudent Richard unternimmt für seine Abschlussarbeit ein Wochenende mit seinen Freunden. Mit ihnen will er eine Art Angst-Therapie durchführen. Zum Einsatz kommt dabei Morty, eine bewegliche Schaufensterpuppe aus Holz, den die jungen Leute ihre Ängste erzählen sollen. Dass die Therapie aus den Fugen gerät, versteht sich fast von selbst.
Aus den Fugen gerät bei Vincent Roberts Horrorfilm einiges. Erst wird man gut 50 Minuten mit ätzenden Figuren und ihren Geschichten gelangweilt, dann überschlägt sich Inszenierung mit Offenbarungen der einzelnen Charaktere und der Aktivierung Mortys, die ziemlich albern geraten ist. Das Ganze wird verknüpft mit einem Familiendrama, was so öde ist wie der Rest. Die austauschbaren Darsteller haben mir allesamt nichts gesagt, bis auf eine Gastrolle: Wes Craven. Wie auch immer es Vincent Robert geschafft hat, Craven für den Film zu gewinnen, bleibt mir ein Rätsel. Vermutlich ging es dabei um Freundschaft.
Auch der Score von Robert O. Ragland ist nervig. Noch schlimmer: der Einsatz von Hip Hop. Der Film stinkt aus jeder Pore nach 90er-Jahre. Leider gehört er zu den schlechten Vertretern des Videothekenprogramms dieser Ära.
Obwohl MORTY eine durchaus interessante Story verspricht, wird diese leider nur sehr schlecht umgesetzt. Es gibt ein paar nette Momente am Anfang und am Ende, zudem ist der Naturschauplatz, San Bernardino National Forest in Kalifornien, sehr ansehnlich, gerät aber schnell außer Sichtweite. Ich rate ab. Man schaue sich lieber PIN (1988) an.
(Bjoern Candidus)
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