MANIAC COP
(USA, 1988, Regie: William Lustig)
New York City wird von einer blutigen Mordserie durchzogen. Zeugen berichten davon, dass der Täter eine Polizeiuniform trägt, was die Angst unter den Bürgern noch verstärkt. Als die Ehefrau eines Polizisten mit durchschnittener Kehle in einem Hotelzimmer gefunden wird, glaubt man den Täter zu kennen. Doch die Verhaftung von Jack Forrest war ein Fehler, denn der Killer ist weiter aktiv.
Acht Jahre nachdem William Lustig seinen knüppelharte MANIAC (1980) auf das Publikum losgelassen hat, kehrte er zurück zum Thema. Produziert und geschrieben von Larry Cohen (IT‘S ALIVE, 1974) geht es zurück nach New York City, wo ein wahnsinniger Killer diesmal nicht nur auf den Straßen, sondern auch im Polizeimilieu sein Unwesen treibt. Lustig gelingt die Mischung aus Horror-Slasher und Polizeifilm ganz gut. Doch statt auf Spannung zu setzen, legt Lustig mehr Wert auf Action, besonders im letzten Drittel. Und im Gegensatz zu dem Versuch, Spannung zu erzeugen, der nur anfänglich glückt, funktionieren die Action-Szenen wesentlich besser, wobei es hier und da zu schlampigen Anschlussfehlern kommt. Der Slasher-Part funktioniert, aber die Story um Jack Forrest, der als verdächtiger Cop verhaftet wird, ist weniger gelungen und von Anfang an ersichtlich.
Baut sich Freddy Krueger während die Credits einlaufen seinen Krallenhandschuhe, zupft hier Matt Cordell seine Polizeiuniform zurecht, um die Straßen von New York City in ein Blutbad zu verwandeln. Als Slasher-Killer macht Cordell schon was her. Sein Auftreten erinnert mehr an Jason Voorhees als an Frank Zito. Cordells Figur bleibt aber leider hinter den Möglichkeiten zurück. Robert Z‘Dar wirkt letztlich etwas zu steif und uninteressant.
Zum Ausgleich hat man hier lange Zeit Tom Atkins als Lieutenant Frank McCrae, der allerdings auch etwas ausgebrannt wirkt. Am erstaunlichsten ist aber Bruce Campbell als Jack Forrest, der hier mal ein Arschloch spielen darf, zumindest anfänglich. Er steht jedenfalls in einem harten Kontrast zu seinem Ash-Charakter in EVIL DEAD (1981). Sam Raimi darf sich im übrigen kurz als Reporter zeigen. Der weibliche Part wird mit Lauren Landon als Undercover-Polizistin Theresa Mellory bekleidet, die etwas hohlköpfig wirkt.
Als Action-Polizei-Slasher-Hybrid funktioniert MANIAC COP ähnlich wie SILENT RAGE (1982) oder CITY COBRA (1986), doch leider mangelt es an packenden Momenten. Atmosphäre kommt selten auf, und selbst das Großstadt-Setting wird sich zu wenig zu Nutze gemacht, was in MANIAC nahezu meisterlich gelungen ist. Von brachialer Gewalt hält man sich hier weitestgehend fern. Es wird ein bisschen blutig geschlitzt, aber man bewegt sich stets im Rahmen.
Wäre man hier und da mit etwas mehr Sorgfalt an die Sache gegangen, wäre hier ein besserer Film entstanden. Unter dem Strich bleibt ein etwas zwiespältiger Film übrig, der aber insgesamt kein Ärgernis darstellt.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar