DIE ABENTEUER DES KARDINAL BRAUN
(OPERAZIONE SAN PIETRO, Deutschland, Frankreich, Italien, 1976, Regie: Lucio Fulci)
Ein Mafia-Boss und seine Geliebte, eine trottelige Gaunerbande und Kardinal Braun mit einer Armee von Priestern aus dem Vatikan schlagen sich hier um Michelangelos berühmter Pietà Statue aus Carrara-Marmor, die gestohlen wurde und sich nicht eben zu Geld machen lässt. Es beginnt eine wild Verfolgungsjagd durch Rom.
Die Namen Heinz Rühmann und Lucio Fulci in einem Atemzug zu nennen, klingt erst mal wunderlich. Aber die Welt ist wunderlich. Und so kam es im Jahre 1967 zu einer Zusammenarbeit dieser beiden Legenden. Dabei ist eine skurrile
Gauner-Komödie entstanden, die erst mal als weitere Fortsetzung von Rühmanns Pater Brown Filmen PATER BROWN – DAS SCHWARZE SCHAF (1960) und PATER BROWN – ER KANN’S NICHT LASSEN (1962) vermuten lässt. Aber nein, Fulcis Film ist eigenständig, in Farbe gedreht und in Bela Italia angesiedelt.
Gerade optisch macht der Film einiges her. Er ist schön fotografiert von Erico Menczer (DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE, 1971 / WOLFSBLUT, 1973), schmückt sich mit knalligen Farben und zeigt Ansichten von Rom und Vatikan-Stadt. Ein sommerlicher Film. Eine Szene schlägt allerdings aus der Art und liest sich fast als Vorahnung auf Fulcis späteren Karriereweg. Es handelt sich um eine kurze Rückblick-Szene in schwarzweiß, bei der mehrere Männer einen Mann verprügeln. Zudem ist die Inszenierung ziemlich rasant und kommt kaum zum Stillstand. Das hat den Effekt, dass man die wirre Geschichte besser vertuschen kann. Der Humor geht eher in den skurrilen Figuren auf als in den Slapstick-Momenten, die aber für ihre Zeit in Ordnung sind.
Es sind letztlich die vielen Damen und Herren, die der Freund des Euro-Kinos kennt und hier den Spaß bringen. Neben Rühmann sind z.B. Herbert Fux, Wolfgang Kieling, Edward G. Robinson, Uta Levka und John Bartha an Bord.
DIE ABENTEUER DES KARDINAL BRAUN bietet Action, Klamauk, schräge Figuren und viel 60er-Jahre-Atmosphäre vor italienischer Kulisse. In erster Linie ist der Film aber eher etwas für Fans von Lucio Fulci, die eben alle Beiträge seiner sehr abwechslungsreichen Filmografie kennen möchten.
(Bjoern Candidus)
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