INSEL DER DUNKELHEIT
(MØRKETS ØY, Norwegen, 1997, Regie: Trygve Allister Diesen)
Erst verliert Julie ihren Job als Lehrerin dann betrügt sie auch noch ihr Freund mit einer anderen Frau. Sie ist bereit für ein neues Leben, und das erhofft sie sich auf einer kleinen Insel in Norwegen, wo sie wieder als Lehrerin arbeiten will. Doch die Idylle auf der kleinen gottgläubigen Insel ist trügerisch.
Hier ist er also, der gefühlt 1000. Auf-dieser-Insel-stimmt-doch-was-nicht-Film. Die norwegische Produktion, die unter der Regie von Trygve Allister Diesen entstanden ist, ist ein typisches Kind seiner Zeit. Alles fühlt sich nach 90er-Jahre an, wo solche Produktionen nicht untypisch waren. Thriller waren angesagt, und das skandinavische Kino sowieso. Ganz klar ist hier auch THE WICKER MAN (1973) von Robin Hardy zu erkennen, dessen Wirkung natürlich zu keiner Zeit erreicht wird. Überhaupt wird hier nicht viel erreicht, was mich überzeugen konnte. Das überzogene Schauspiel von Sofie Gråbøl als Julie hat mich früh genervt, legt sich aber später etwas. Viel nerviger ist Sina Langfeldt als Solveig, eine Schülerin von Julie. Sie ist das typische Mädchen mit Problemen, die man ihr von 100 Metern aus ansieht. An Klischee-Figuren, die schnell Müdigkeit in mir breit machten, mangelt es nicht.
An sich sieht die Produktion zwar okay aus, ist solide fotografiert und hat ein schönes Insel-Setting zu bieten, aber Diesen liefert kaum spannende Momente oder irgendwelche Highlights. Alles ist irgendwie vorhersehbar und fade. Immerhin konnte mir das Ende ein leichtes Lächeln auf die Lippen zaubern.
INSEL DER DUNKELHEIT ist ein mäßig spannender Insel-Thriller, der vor allem an seinen Klischeefiguren krankt. Allenfalls etwas für nebenbei.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar