PLAY DEAD
(USA, 1983, Regie: Peter Wittman)
Nach dem Tod ihrer Schwester, die ihr einst ihren Liebhaber ausspannte und ihn schließlich heiratete, will Hester, die sich mit okkulten Praktiken bestens auskennt, an das Erbe kommen. Doch mindestens ihr Neffe und ihre Nichte stehen ihr im Weg. Da ihre Nichte Audrey durch den Verlust ihrer Mutter sehr leidet, kommt ihr das Geschenk von ihrer Tante Hester sehr gelegen. Das vierbeinige Geschenk heißt Greta und ist ein Dobermann, der unter dem teuflischen Bann von Hester steht.
Mit PLAY DEAD hat Peter Wittman einen kleinen Okkult-Tier-Horrorfilm-Hybriden gezimmert, der an Filme wie DER HÖLLENHUND (1978), ZOLTAN- DRACULAS BLUTHUND (1978) oder MONGREL (1982) von Robert A. Burns erinnert. Burns fungierte hier ebenfalls als Art Direktor, wie auch schon bei TEXAS CHAINSAW MASSACRE, 1974).
Wer einen reißerischen Horrorschocker erwartet, sollte gar nicht erst einschalten, denn es wurde mit ruhiger Hand inszeniert, und der ganze Film wirkt, als sei er ein Relikt aus den 70er-Jahren. Der Dobermann, der zu keiner Zeit wirklich böse wirkt, sorgt für Unfälle oder kleinere Attacken, die zumindest immer tödlich enden. Spannung stellt sich nicht wirklich ein, aber der Ausgleich kommt mit der sehr charmanten Yvonne De Carlo, die man bestens als Lily Munster kennt und die im späteren Verlauf ihrer Karriere immer mal wieder im Horror-Kino zugegen war (THE INTRUDER, 1975 / PSYCHOCK, 1979 / AMERICAN GOTHIC, 1987). Als Hexe, die sich an ihrer Sippschaft rächen will, macht sie einfach Spaß, und ihre Hexenküche passt hervorragend zu ihr. Die restliche Besetzung ist hingegen blass bis nervig. Besonders ihre Film-Nichte Audrey, dargestellt von Stephanie Dunnam (SILENT RAGE, 1982), ist zum weglaufen, aber immerhin entsteht so ein besser Kontrast zu Yvonne De Carlo.
PLAY DEAD ist ein kruder Spaß in bunten Farben, den man als sympathischen Ausreißer betrachten darf.
(Bjoern Candidus)
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