BACK FROM HELL – EIN TOTER KEHRT ZURÜCK
(FINO ALLA MORTE, Italien, 1987, Regie: Lamberto Bava)
Linda hat mit Hilfe von Carlo ihren Ehemann umgebracht und im Wald verbuddelt. Ein paar Jahre später steht ein Mann im Türrahmen ihres Lokals, was sie unterhalten. Während der Fremde auf Linda eine starke Anziehungskraft hat, ist Carlo wenig beeindruckt. Als sie den Ring ihres getöteten Ehemannes am Finger des Fremden entdeckt, überschlagen sich die Ereignisse.
Lamberto Bava wird gerne mal im Schatten seines Vaters geschluckt. Zu Unrecht. An die hohe Qualität von Mario reicht er zwar nicht heran, dennoch hat er ein paar durchaus solide Filme gedreht, die ihre ganz eigenen Reize haben, z.B. DÄMONEN (1985).
PER SEMPRE, der hier mit dem reißerischen Titel BACK FROM HELL – EIN TOTER KEHRT ZURÜCK ausgestattet wurde, ist durchaus ansehnlich und hebt sich etwas vom Gros später Italo-Horror-Produktionen ab.
Ein bisschen erinnert die Story an WENN DER POSTMANN ZWEIMAL KLINGELT (1981), zumindest anfänglich. Bavas Mischung aus Thriller, Horrorfilm und Beziehungsdrama eines Killerpärchens ist durchaus interessant. Der Film startet bereits mit finsteren Bildern. Regen in der Nacht in einem Wald und einem Pärchen, was eine Leiche entsorgt, schafft schon mal die nötige Horroratmosphäre. Im weiteren Verlauf liegt auf der gesamten Inszenierung ein Schleier von Tristes und Kälte, passend zu den unsympathischen Figuren, die von Gioia Scola, David Brandon und Urbana Barberini verkörpert werden. Auch das Setting, ein Restaurant in einem Fischerdorf, stinkt zum Himmel. In Sachen Stimmung macht Bava jedenfalls alles richtig, wenn er die Absicht hatte, auf der Zunge des Zuschauers einen Pelz zu züchten. Angereichert wird der Film mit teils surrealen Traumsequenzen, die in Sachen Darstellung sehr spätitalotypisch sind. Begleitet wird die Inszenierung von einem passenden, wenn auch nicht sonderlich ausdrucksstarken Score von Simon Boswell.
Unter dem Strich ist BACK FROM HELL – EIN TOTER KEHRT ZURÜCK ein kleiner, morbider Schlechte-Laune-Horrorfilm, der hervorragend zu einem regnerischen Abend passt. Manches wirkt etwas wirr, verfahren und billig, aber man muss Bava zugutehalten, dass es sich hierbei um eine TV-Produktion im Rahmen seiner für das italienische Fernsehen entstandenen Reihe BRIVIDO GIALLO (1987-1989) handelt, was in der Regel automatisch Qualitätseinbuße mit sich bringt.
(Bjoern Candidus)
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