STEPHEN KING’S THE NIGHT FLIER*
(THE NIGHT FLIER, USA, Italien, 1997, Regie: Mark Pavia)
Richard Dees, ein Reporter des Sensations-Magazin „Inside View“, hat eine Krise. Es mangelt ihm an einer Story, die ihn zurück aufs Titelblatt bringt. Da kommt ihm eine mysteriöse Mordserie gerade recht. Immer wieder kommt es zu Tötungen von Angestellten keiner Flugplätze, und es scheint, als ob der Täter mit einer Cessna unterwegs ist. Zu Dees Leidwesen bekommt er von seinem Chef eine Mitarbeiterin auf die Nase gebunden, die ihm bei dem Fall helfen soll.
Mark Pavia hat mit THE NIGHT FLIER eine vorzügliche Stephen King-Adaption geschaffen, die der Vorlage gerecht wird und von ihm zusätzlich sinnvoll variiert und ergänzt wurde. Überall gibt es kleine Verweise auf das King-Universum, was verrät, dass sich Pavia mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Zu Mark Pavia als Regisseur lässt sich nicht viel sagen. Neben diesem Film hat er nur einen weiteren (FENDER BENDER, 2006) gedreht. Bekannter ist da Richard P. Rubinstein, der hier als Produzent in Erscheinung trat. Sehr viel bekannter ist hingegen der Hauptdarsteller. Miguel Ferrer als Richard Dees ist die beste Wahl, die man hätte treffen können. Ferrer verkörpert den zynischen, menschenfeindlichen Sensationsreporter Dees mit Bravour. Seine destruktive Art ist herrlich und letztlich ehrlich. Schön ist auch das Zusammenspiel mit Julie Entwisle als Kathrine Blair, die sich spinnefeind sind. Aber auch die Nebenfiguren wissen zu gefallen und tragen mit ihrer Darstellung zur wirklich gelungenen Horroratmosphäre bei. Das gilt natürlich auch für den Antagonisten des Films: der Nachtflieger. Ein Vampir, der mit einem Flugzeug unterwegs ist, erscheint natürlich erst mal etwas befremdlich, aber beim näheren betrachten gewinnt das Coolness-Argument.
Von den zahlreichen TV- oder DTV-Produktionen der 90er-Jahre, die auf kingische Stoffe basieren, gehört THE NIGHT FLIER zur vordersten Front. Pavia hat nicht nur verstanden, seine Darsteller bestens zu nutzen, sondern fesselt auch durch den Aufbau der Story und durch die permanent düstere Atmosphäre, die er heraufbeschwört. Hier kommt auch Brian Keane als Komponist als Verstärkung hinzu. Der Score steht im völligen Einklang zu den Bildern.
Zwar sieht man der Produktion das geringe Budget (1.000.000$) an, doch Pavia hat es hervorragend verteilt. Es durften sogar noch einige derbe Gore-Szenen gedreht werden, die den Film gegen Ende in ein kleines Blutbad steuern.
THE NIGHT FLIER ist ein durchweg spannender Vampirfilm, der glänzend besetzt wurde und mit einigen sehr gelungenen Horror-Momenten aufwartet.
(Bjoern Candidus)
*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“
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