SURVIVAL OF THE DEAD
(Kanada, USA, 2009, Regie: George A. Romero)
Zwei verfeindete Familienclans leben auf einer nordamerikanischen Insel. Zwischen den O’Flynns und den Muldoons kommt es immer wieder zum Konflikt. Als eine Zombieseuche ausbricht, verhärten sich die Fronten, da beide Seiten eine unterschiedliche Auffassung über den Umgang mit den Untoten haben. Als sich eine kleine Gruppe Soldaten auf die Insel begibt, kommt es zum Krieg zwischen den Lebenden und den Lebenden und den Untoten.
Statt einer konsequenten Weiterführung seiner DEAD-Filme, startete George A. Romero 2007 mit DIARY OF THE DEAD eine Art Reboot, welcher hier fortgesetzt wird. Beide Filme sind aber unabhängig zu betrachten und unterscheiden sich stilistisch komplett, da Romero die Found-Footage-Geschichte über Bord wirft und stattdessen eine Art Insel-Western-Zombiefilm liefert. Ein direktes Verbindungsglied gibt es aber tatsächlich zwischen den beiden Filmen: Alan Van Sprang, der hier wieder in die Rolle des Anführers der Nationalgarde schlüpft. Eine weitere bekannte Person aus Romeros Untoten-Universum ist Devon Bostick, der bereits eine Rolle in LAND OF THE DEAD (2005) hatte.
Auch in SURVIVAL OF THE DEAD versucht es Romero wieder, neue Ansätze ins Spiel zu bringen. Hier kommt es, wie schon in DAY OF THE DEAD (1985), zur der Überlegung, Zombies zu zähmen und wird ergänzt mit der Idee, sie mit tierischem Fleisch vom Menschenfleisch wegzubringen. Vertieft wird das Ganze allerdings nicht. Überhaupt erscheinen die Zombies hier ziemlich nebensächlich. Mehr Wert wird auf den Konflikt zwischen den unterschiedlichen Parteien der Lebenden gelegt, der bei Romero ohnehin omnipräsent ist. Auch für ein paar politische Seitenhiebe nimmt sich Romero Zeit. Das funktioniert hier auch wieder besser als in DIARY OF THE DEAD, der vor allem an den Figuren krankt, und auch an den Darstellern, die hier ebenfalls allesamt besser sind. Kenneth Welsh, Kathleen Munroe und der Rest ist durchaus annehmbar. Sie lassen die Unsympathen aus dem Vorgänger schnell vergessen. Etwas störend fand ich hingegen den Wortwitz der Soldaten, der immer wieder durchdringt, vor allem in der ersten Hälfte.
Das Insel-Setting mit den vielen herbstlichen Bäumen verbreitet eine tolle Atmosphäre und wirkt ziemlich erfrischend. Kameramann Adam Swica hat schöne Bilder fotografiert, die nur dann etwas ins Wanken geraten, wenn es um die Action, bzw. Gore-Szenen geht, in denen man leider wieder nicht ganz auf CGI-Effekte verzichten konnte. Insgesamt halten die sich aber in Grenzen, dennoch sollte man hier keine blutigen Highlight erwarten. In dem Punkt ist der Film leider sehr ausdruckslos.
Im großen Ganzen ist SURVIVAL OF THE DEAD keine Offenbarung. Er bietet überschaubare Action, viel Gerede zwischen soliden Darstellern mit einer Prise Gesellschaftskritik und einer guten Atmosphäre. Romero hat solide Arbeit abgeliefert, die mich aber dennoch kalt gelassen hat.
(Bjoern Candidus)
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