BLOODY CAMP
(HELGA, LA LOUVE DE STILBERG, Frankreich, 1977, Regie: Alain Payet)
Irgendwo in Südamerika (gedreht wurde in Frankreich) sorgt General Gomerz mit seinen Soldaten dafür, dass sich das Schloss Spilberg mit Frauen füllt, auf die die strenge Helga scharf ist. Doch die Geilheit wird von den Gefangenen Frauen nicht erwidert, was Helga zu tiefst frustriert und sie dazu treibt, sie zu foltern.
Vergesst Ilsa, vergesst Greta… nicht!
Helga, die hier aufmarschiert darf aber gerne vergessen werden. Auch Helga ist hübsch, blond, machtgeil, sexsüchtig und frustriert, aber Malisa Longo lässt die Aura des Wahnsinns einer Dyanne Thorne vermissen. Im Grunde hätte BLOODY CAMP ein weitaus besserer WIP-Film werden können, wäre er nicht durchzogen von langweiligen (Soft-)Sex-Momenten und kaum erwähnenswerten Folter-Szenen, die sich in erster Linie auf langweiliges Auspeitschen beschränken. Sehr öde und ausladend sind die männlichen Figuren, die nur Frauen auf Dörfer einfangen oder sie langweilig ficken. Gegen die bringt Helga schon am meisten Schwung in die Bude, aber das soll nichts heißen, denn durch sie wird die Inszenierung auch nicht spannender, schon gar nicht überzeugender. Es bleibt ein billiges Sexfilmchen mit schönen Frauen, die Sex mit ekligen Männern haben oder einfach nur nackt unter kartoffelsackartigen Decken im Schlafsaal liegen und tuscheln.
Visuell ist das Ganze genau so wenig beeindruckend. Dass man sich inhaltlich hier in Südamerika aufhält, ist völlig daneben. Die Vegetation und Architektur spricht jedenfalls eine ganz andere Sprache. Absurd sind auch die an das Hakenkreuz angelehnten Armbinden mit Fantasysymbol.
Langweiliges Geficke und Folter auf Sparflamme: BLOODY CAMP ist nur als Schlafmittel wirksam.
(Bjoern Candidus)
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