FRÖHLICHE WEIHNACHT
(DON’T OPEN ‚TIL CHRISTMAS, GB, 1984, Regie: Edmund Purdom)
Auf Londons Straßen treibt sich mitten im Weihnachtsgeschäft ein Killer herum, der es auf Männer im Weihnachtsmannkostüm abgesehen hat. Während die Männer in roten Polyesterkostümen fleißig reduziert werden, ermittelt Inspector Harris von New Scotland Yard.
Wenn Edmund Purdom auf den Plan gerufen wird, ist Spaß vorprogrammiert, siehe ABSURD (1981) und PIECES – STUNDE DES WAHNSINNS (1982). Wenn Edmund Purdom auch noch selbst Regie führt, kann dabei nur ein Meisterwerk entstehen, oder? Nein! Nein, so einfach ist das nicht, und die Bezeichnung Meisterwerk ist soweit von diesem Horror-Slasher entfernt wie die Freundlichkeit des Killers gegenüber Weihnachtsmännern. Und Obacht: hier gibt es auch schon eine Weihnachtsfrau.
FRÖHLICHE WEIHNACHT bietet düstere, dreckige Bilder mit einigen harten Gewalteinlagen. Männer in Weihnachtsmannkostümen werden verbrannt, erstochen, durchbohrt, erwürgt als gäbe es kein Morgen mehr. Während 1984 die US-Bürger mit SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT einen Killer im Weihnachtsmannkostüm spendiert bekamen, bekommt man hier einen Killer, der Männer in Weihnachtsmannkostümen tötet. Das nenne ich ausgleichende Gerechtigkeit. Das unangenehme Stöhnen des Killers, wenn er, teilweise aus der POV heraus, mordet, erinnert stark an MANIAC (1980). Dieser Eindruck wird natürlich auch durch die Großstadt verstärkt. Doch im Gegensatz zu William Lustigs Film, der den Fokus fast ausschließlich auf den Killer legt, kommt hier Auflockerung durch Inspector Harris von New Scotland Yard. Dass Edmund Purdom auch noch selbst eine Rolle neben der des Regisseurs bekleidet, ist natürlich ein Extrabonbon.
Nacktes Fleisch, garstige Gewaltausbrüche, ein paar Terror-Momente und ganz viele schmierige Typen sorgen für eine FRÖHLICHE WEIHNACHT. Inhaltlich darf man nichts erwarten, aber die selbstzweckhaften Weihnachtsmanntötungen können das Horror-Herz erfüllen.
(Bjoern Candidus)
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