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Crawlspace, 1986 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

KILLERHAUS
(CRAWLSPACE, USA, 1986, Regie: David Schmoeller)

Dr. Karl Gunther, der Sohn eines Nazi-Arztes, hat einen Hang zum töten, dem er einfach nicht widerstehen kann. Seine (bevorzugt) weiblichen Opfer kommen quasi freiwillig in sein Haus, da er selbst der Vermieter ist. Als die Studentin Lori eine der Wohnungen bezieht, ahnt sie noch nicht, dass Dr. Karl Gunther jederzeit Einsicht durch die Lüftungsschächte in ihre Wohnung hat, und er wartet nur darauf, ihr das Leben zu nehmen. 

David Schmoeller ist immer wieder mit kleinen Highlights im Horror-Genre aufgefallen. Sein Debütfilm, TOURIST TRAP (1979), ist ein durchaus stimmiger Backwood-Horror-Slasher und PUPPET MASTER (1989) ein guter Start einer schwankenden Reihe. Kaum verwunderlich, dass hinter KILLERHAUS ebenfalls Charles Band steckt, in dem Fall noch unter seinem Produktionshaus Empire. Dazu gesellen sich Leute wie John Carl Buechler für das SFX-Make-up und Pino Donaggio für den Score. Das spricht für solide B-Horrorware, und die bekommt man hier auch.

Die Story um einen Arzt, der das unaufhaltsame Verlangen hat, Leben zu nehmen, statt zu geben, ist sicher nicht originell, aber wenn man Klaus Kinski für die Rolle gewinnen kann, hat man schon die halbe Miete drin. Kinskis Präsenz ist gewohnt dominant, andererseits wirkt er hier eigenartig gezähmt, fast relaxt, was David Schmoeller nicht gerade über ihn behauptet hat, denn der Dreh mit ihm war alles andere als entspannt. Kinski fungiert hier nicht als Nebenrolle, sondern ist fast immer zugegen. Der Film ist wie ein Kammerspiel gehalten; alles spielt im Haus und ist auf Karl Gunther und seine Passion konzentriert. Das führt dazu, dass Talia Balsams Rolle (ANTHONY, 1987) als neue Mieterin Lori fast etwas verkommt. Aber gut, KILLERHAUS legt den Fokus auf einen wahnsinnigen Killerarzt und auf dessen Methoden zu töten. Es sind Fallen oder präparierte Möbel, die hier die Damen ins Jenseits befördern, um Gunther Lebensfreude zu bereiten. Tödliche Spielereien, die man z.B. vorher von einem Dr. Phibes in DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES (1971) und später von einem Jigsaw in SAW (2004) bewundern konnte. Dementsprechend gibt es hier auch ein paar blutige SFX und garstige Ideen zu bewundern. Leider kommt es aber immer wieder zu Längen, wenn Kinski mal wieder im Lüftungsschacht steckt und die Bewohner seiner Wohnungen beobachtet oder sie mit Ratten erschreckt, die er mittels kleiner Türen in die Wohnungen lassen kann. Optisch sieht das Ganze sehr ansprechend aus und verschmerzt somit die kleinen Längen. 

KILLERHAUS hat kleine Schwächen, steckt aber voller morbider Details, lässt die Liebe der Macher für das Genre erkennen und ist für Kinski-Fans sowieso interessant. 

(Bjoern Candidus)

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