FRANKENSTEINS HÖLLENMONSTER
(FRANKENSTEIN AND THE MONSTER FROM HELL, GB, 1974, Regie: Terence Fisher)
Der junge Arzt Dr. Simon Helder will die Experimente von Baron Frankenstein fortsetzen. Dabei wird er von der Polizei erwischt und wegen illegaler Experimente an Leichen verurteilt. Er soll für fünf Jahre in eine Anstalt für kriminelle Geisteskranke gesperrt werden. Doch wie es der Zufall will, arbeitet in dieser ein gewisser Doktor Carl Victor, der eigentlich der berühmt-berüchtigte Baron Frankenstein ist.
Mitte der 1970er-Jahre schlossen sich langsam die Tore der Hammer-Studios, und FRANKENSTEINS HÖLLENMONSTER ist nicht nur eine der letzten klassischen Hammer-Produktionen, es ist auch Terence Fishers letzter Film, und leider nicht sein stärkster.
Die Inszenierung startet klassisch mit Nebel auf einem Friedhof, wo ein Leichendieb eine Leiche ausgräbt und an einen jungen Arzt verkauft, der die Experimente von Baron Frankenstein weiterführen möchte. Der Fan der Frankenstein-Reihe sollte sich also direkt heimisch fühlen. Das Setting bietet nicht viel Abwechslung. Man muss weitestgehend auf die schaurigen Wälder und pittoresken Bauten der Vorgängerfilme verzichten. Aber das fällt nicht stark ins Gewicht, denn die bespielten Kulissen der Anstalt sind stimmig und erschaffen eine gute Atmosphäre.
Peter Cushing macht wie immer einen guten Job als Victor Frankenstein. Aber auch sein Schüler Dr. Simon Helder, gespielt von Shane Briant, macht eine gute Figur. Ziemlich bemitleidenswert ist Dave „Darth Vader“ Prowse als Monster. Er ist eine Mischung aus depressivem Mann und einem Yeti, der eher Mitleid als Schrecken verbreitet. Für Prowse war es seine zweite Performance als Frankensteins Monster.
Die Handlung bietet nichts Neues, Spannung wird kaum aufgebaut und manchmal wird es sogar etwas langweilig, aber dafür ist der Blut- und Ekelfaktor recht hoch. Augäpfel platzen, ein Schädel wird geöffnet, das Gehirn wird fein säuberlich herausgeschnitten und Körperteile fliegen durch den Raum. Die Aura des Morbiden hängt stets in der Luft.
FRANKENSTEINS HÖLLENMONSTER ist keine Sternstunde für Fisher und der schwächste Beitrag der Hammer Frankenstein-Filme. Aber Cushing schafft es erneut durch seine Performance, eine Inszenierung vor dem Untergang zu retten.
(Bjoern Candidus)
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