Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

The Lost Continent, 1968 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BESTIEN LAUERN VOR CARACAS
(THE LOST CONTINENT, GB, 1968,
Regie: Michael Carreras)

Die Corita, ein altes Frachtschiff, sticht in See, um die letzte Reise anzutreten. Doch sowohl die Crew als auch die Gäste haben ihre kleinen Geheimnisse, die plötzlich zu Konflikten führen. Dann zieht ein Orkan auf, der nur der Anfang einer ungeheuerlichen Reise ist.

Ich wundere mich ein bisschen über die oft griesgrämigen Worte, die man über Michael Carreras Regiearbeit für die Hammer-Studios verliert. Sicher hebt sich diese vom Gros der meisten Hammer-Produktionen ab und ist vielleicht am ehesten mit Filmen wie JUNG, BLOND UND TÖDLICH (1968) zu vergleichen, aber ein schlechter Film ist dieser hier nun wirklich nicht, zumindest sieht er nicht so aus.

Von Beginn an wird eine farbenfrohe, fast traumartige Atmosphäre auf dem Meer (im Studio) heraufbeschworen, die das Herz des Fans des Phantastischen sofort erreichen sollte. Hier werden Erinnerungen an Jules Verne, William Hope Hodgson oder Edgar Rice Burroughs wach, was auf der Hand liegt, basiert dieser Film doch auf einem Roman von Dennis Wheatley (1897-1977), der vor allem in England bekannt ist. Wheatley schrieb Krimi-, Horror- und Abenteuer-Romane und kannte sich sehr gut mit Okkultismus und Satanismus aus. Da verwundert es kaum, dass auch die Hammer-Studios ein paar Mal auf seine Vorlagen zurückgriffen, wie bei DIE BRAUT DES TEUFELS(1968) und DIE BRAUT DES SATANS (1976). Die Vorlage, UNCHARTED SEAS (1938, dt. Titel: MEER DER ANGST) ist immer noch zu erkennen, jedoch werden Namen, Figuren und einige Elemente verändert oder ignoriert. Im Roman besteht die Gefahr mitunter aus Eingeborenen auf einer Insel, die die festgesetzten Schiffe mittels mit gasbefüllten Ballons erreichen und überfallen. Im Film werden daraus spanische Konquistadoren, die auf einem Schiff leben. Auch im Roman kommen Monster vor, die unter dem tödlichen Seetang lauern (Assoziationen zu Lovecraft sind hier verständlich), doch im Film bekommen sie mehr Spielraum und variieren, auch wenn es eine Ewigkeit braucht, bis sie zu sehen sind. Die Besetzung ist überraschend, haben wir doch hier Hildegard Knef als Eva Peters, eine Frau mit Problemen, die eine sehr gute Figur macht. Des Weiteren sind z.B. Tony Beckley (DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN, 1979), Eric Porter (HÄNDE VOLLER BLUT, 1971) als Captain, Suzanna Leigh als Unity (Der einzige Name, der 1:1 aus der Vorlage übernommen wurde) und natürlich das Hammer-Urgestein Michael Ripper an Bord. Etwas ungewöhnlich ist der Soundtrack. Man startet mit einem Vocal-Track von Roy Philips, während der Score von Gerard Schurmann manchmal so klingt, als käme er aus der Welt von Jess Franco. Das Hauptproblem ist aber die lange Anfahrtszeit, bis endlich mal die Monster auftauchen, die hier, zumindest im deutschen Titel, versprochen werden. Ein Steven Spielberg hat das mit der lauernden Gefahr ein paar Jahre später mit DER WEISSE HAI (1975) mit Bravour gemeistert, aber hier funktioniert das nicht. Hier schlägt man sich erst mal über 30 Minuten mit den Figuren und ihren Problemen herum. Aber ab der zweiten Hälfte werden die Dialoge heruntergefahren und stattdessen folgen schöne Monster- und Schiffsmodelle in phantastischen Farben und Formen, die einen wieder daran erinnern, dass man hier ein Produkt aus den Hammer-Studios vor sich hat.

BESTIEN LAUERN VOR CARACAS ist eine faszinierende Produktion mit kleinen Mängeln, aber genügend Schauwerten, um sich nicht verstecken zu müssen.

(Bjoern Candidus)

←Quatermass 2, 1957 – ★★★★
Late Night Trains, 1975 – ★★★★½→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026
  • The Angry Red Planet, 1959 – ★★★

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt