HAUS DER TODSÜNDEN
(HOUSE OF MORTAL SIN, GB, 1976, Regie: Pete Walker)
Pete Walker schickt hier einen grantigen Priester auf einen blutigen Feldzug gegen beschwingte Sünder und zeigt erneut, dass seine Filme mehr sind als pure Unterhaltung. Wie schon im garstigen Vorgänger DAS HAUS DER PEITSCHEN (1974) greift Walker auch hier wieder das Thema Verfall von moralischen Werten auf, legt aber den Fokus auf die Enthaltsamkeit katholischer Priester und wozu diese führen kann.
Der Film ist sehr gut inszeniert, ordentlich fotografiert und kleidet sich mit einer düsteren 70er-Jahre Atmosphäre im Dunstkreis von erzkatholischem Kirchenmief. Regen und Gewitter sorgen zusätzlich für eine dichte britische Schauerstimmung, wie man sie von Walker kennt. Außerdem liefert Walker wieder ein paar blutige Morde, die richtig sitzen.
Walker legt immer viel Wert auf seine Figuren und Abgründe. Ganz wunderbar ist Anthony Sharp als Priester, den man nicht zum Nachbarn haben möchte. Ebensowenig möchte ich neben
Sheila Keith wohnen, die schon im besagten DAS HAUS DER PEITSCHEN für größtes Unwohlsein sorgte. Neben den beiden höchst unangenehmen Figuren kommt das Licht mit Susan Penhaligon.
Das HAUS DER TODSÜNDEN ist ein düsterer, spannender und sehr ansprechender Psycho-Thriller, der, sich einem höchst kontroversen Thema annimmt und in Walkers Filmografie weit oben anzusiedeln ist.
(Bjoern Candidus)
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