THE HORROR STAR
(FRIGHTMARE, USA, 1983, Regie: Norman Thaddeus Vane)
Die Filmwelt trauert, denn der große Horrorstar Conrad Radzoff ist gestorben. Das ruft eine Gruppe Filmstudenten auf dem Plan, die die Leiche des Filmstars, aus der Gruft entwenden und mit ins Stundenwohnheim nehmen. Dort beschließen sie mit der Leiche eine Party zu feiern. Als am anderen Tag der Diebstahl der Leiche auffliegt, ermittelt die Polizei, doch die stellt sich als kleinstes Problem heraus, denn wer die Totenruhe stört, muss dran glauben. Conrad Radzoff kommt als Vampir zurück in die Welt der lebenden, um Rache an den Studenten zu nehmen.
Immer wieder gibt es im Horrorkino Filme, in denen das Genre oder der Star selbst zum Inhalt wird. In BEWEGLICHE ZIELE (1968) ist es Boris Karloff, der sich zu alt für das neue Horrorkino fühlt, in DAS SCHRECKENSHAUS DES DR. DEATH (1974) versucht es Vincent Price als Paul Toombes noch mal im Genre Fuß zu fassen. In THE HORROR STAR ist es Ferdy Mayne, der zwar schauspielern möchte, doch plötzlich stirbt. Verewigt hat sich Ferdy Mayne natürlich mit seiner Rolle als Graf Krolok in Roman Polanskis TANZ DER VAMPIRE (1967), und so verwundert es kaum, dass er hier ebenfalls als Vampir verkleidet auftaucht. Erneut macht er in dieser Rolle auch einen ordentlichen Eindruck, wenn auch mit Augenzwinkern.
Allzu viel Gutes lässt sich über THE HORROR STAR leider nicht sagen, allzu viel Schlechtes aber auch nicht. Regie führte Norman Thaddeus Vane, der es nur zu einer kleinen Handvoll Filmen brachte. Man erkennt durchaus den guten Willen für Atmosphäre und Set-Design. Besonders die Gruft hat ein paar skurrile Features zu bieten. Im Studentenwohnheim versucht man es dann mit Nebel und einem sonderbar verrauscht und unterdrückt klingenden Score, um die Geisterbahn anzuleiern. Die Studenten sind die üblichen Dummköpfe, von denen ich allerdings schon schlimmere ertragen musste, und immerhin ist ein junger Jeffrey Combs an Bord. Sie alle sind letztlich nur Austauschware, die ohnehin nur dazu dient, blutig aus dem Leben zu treten. Es gibt ein paar nette Kills. Conrad Radzoff verbrennt jemanden bei lebendigem Leibe im Ofen des Krematoriums, reißt einem anderen die Zunge heraus oder führt eine Enthauptung durch. Der Vampir wird quasi zum zeittypischen Slasher-Killer, allerdings ohne auch nur im Ansatz die Wirkung eines Michael Myers oder Jason Voorhees zu erzielen. Nebenbei gibt es noch ein Medium, das Kontakt zu der Seele des verstorbenen Radzoff aufnimmt, um den Bestimmungsort der Leiche zu ermitteln. Außerdem sind die zahlreichen Horrorfilmplakate von TANZ DER VAMPIRE bis WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES nettes Beiwerk, was den Fan erfreuen kann. Und selbst Christopher Lee gibt sich die Ehre, wenn auch nur auf einem Fernseher, auf dem SCHLECHTE ZEITEN FÜR VAMPIRE (1959) läuft. Lee war angeblich erst für die Rolle des Radzoff im Gespräch.
Das Hauptproblem von THE HORROR STAR ist Spannungsarmut, nervige Figuren und der misslungene Ansatz von Ironie. Andererseits tut der Film auch nicht weh und bietet spaßige, hirnlose Horror-Unterhaltungen mit einer netten 80er-Jahre-Patina.
(Bjoern Candidus)
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