MASSAKER IN KLASSE 13
(MASSACRE AT CENTRAL HIGH, USA, 1976, Regie: Rene Daalder)
David (Derrel Maury) ist neu an der Central High, auf der alles ganz normal scheint. Doch der 13. Jahrgang wird von einer Schulgang unterdrückt und tyrannisiert. David hat Glück, denn in der Gang ist sein Freund Mark (Andrew Stevens). Sie versuchen, den Neuling auf ihre Seite zu ziehen, um ihn an ihrem hässlichen Treiben den schwächeren Schülern gegenüber beiwohnen zu lassen. Doch David ist wenig beeindruckt von dem armseligen Verhalten, was zu Konflikten zwischen den Schülern führt, die immer mehr ausarten, bis David schwer am Bein verletzt wird.
Rene Daalder hat mit MASSAKER IN KLASSE 13 einen etwas sonderbaren Rache-Thriller geschaffen, der vor allem durch das fast völlige Aussparen von Erwachsenen auffällt. Weder Lehrer noch Eltern spielen eine Rolle, und die Polizei, die mehr als einmal Grund hätte, sich den Unfällen/Morden anzunehmen, zeigt sich lediglich kurz bevor der Abspann einrollt. Aber der Reihe nach. Grundsätzlich hat Daalder hier eine handwerklich solide Inszenierung abgeliefert, die sowohl als Pre-Slasher wie auch als Rache-Film funktioniert und wie ein Vorspiel zu DIE KLASSE VON 1984 (1982), aber auch wie eine Antwort auf CARRIE (1976) daherkommt. Natürlich ist der Film angereichert mit den üblichen Klischeefiguren. Rüpelhafte Adonistypen mit 70er-Jahre-Helmfrisuren und nur einer Zelle im Kopf, ein Verständnisvoller, ein Idiot, ein Neunmalkluger, ein Außenseiter… alle sind sie dabei, um hier teilweise recht garstig aus dem Leben zu scheiden. Doch vorher dürfen sich alle gemein, dümmlich oder völlig übertrieben verhalten.
Das übliche Rangordnungsspiel wird gespielt. Der Stärkere (und Reichere) zeigt es dem Schwächeren (und Ärmeren). Doch hier werden auch die Opfer zu Täter, deren Moral plötzlich genau so verkommt. Vor allem der Selbstjustiz-Modus, in den David verfällt, ist wenig glaubwürdig. Die Tötungen, die vor allem durch Unfälle herbeigeführt werden, sind das Sehenswerteste, was MASSAKER IN KLASSE 13 zu bieten hat. Dass trotz der zahlreichen Opfer, die hier zu beklagen sind, im Grunde niemand einschreitet, und es offensichtlich keine Ermittlungen gibt, macht die Story extrem unglaubwürdig und gleichzeitig fast einzigartig. Die Schüler sind sich selbst überlassen und machen das schlechteste daraus, zumindest die meisten. Die Darsteller selbst sind gar nicht so übel, und keiner gleicht dem anderen. Ihre Rollen kauf man ihnen durchaus ab. Dennoch ist hier fast jeder unsympathisch.
Wenn man bei MASSAKER IN KLASSE 13 ein Auge zudrückt und das Fehlen von Logik schluckt und sich einfach den teils derben Ideen hingibt, kann man hier durchaus gut unterhalten werden.
(Bjoern Candidus)
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