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False Face, 1977 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SKALPELL – BLUTIGES SPIEGELBILD
(FALSE FACE, USA, 1976, Regie: John Grissmer)

Der Schönheitschirurg Dr. Reynolds hat einen Plan. Er rettet einer jungen Frau das Gesicht und formt es nach seiner geliebten Tochter Heather, die seit einem Jahr verschwunden ist. Doch sein Plan ist kein altruistischer, denn gemeinsam mit „Jane Doe“, wie man die junge Frau nennt, die an Gedächtnisverlust leidet, will er an das Erbe seines Großvaters kommen, der Heather alles vererbt hat. Der Plan geht auf, Reynolds Verwandte glauben, dass „Jane Doe“ Heather ist, und dem Erbe steht nichts mehr im Wege. Doch dann taucht die echte Heather wieder auf.

John Grissmer (BLOOD RAGE, 1987) hat hier einen durchaus interessanten Erbschaft-Psycho-Thriller mit leicht inzestuösem Einschlag abgeliefert. Anfänglich erinnert die Story etwas an AUGEN OHNE GESICHT (1960), doch schnell wird klar, dass es sich bei SKALPELL – BLUTIGES SPIEGELBILD um einen Erbschafts-Thriller samt Psychopathen handelt. 

Die Inszenierung sieht insgesamt ordentlich aus, ist solide fotografiert und liefert neben einer geräumigen Villa ein paar schöne Wald- und Garten-Szenen, die eine gewisse Lebendigkeit mitbringen. Leider mangelt es an Spannungsmomenten und die sehr konstruierte Story verabschiedet sich manchmal etwas von der Logik und wirft Fragen auf, die nie beantwortet werden. Von Schauwerten in Sachen Gewalt kann auch nicht groß berichtet werden; der härteste Moment findet in den ersten 5 Minuten statt.

Mit Robert Lansing als Dr. Phillip Reynolds hat man einen sonderbaren Typen an Land gezogen, dem man die Psychopathen-Rolle gut abnimmt. Lansings optische Nähe zu Gerhard Schröder ist allerdings am erschreckendsten. Judith Chapman macht in ihrer Doppelrolle als Heather und Jane durchaus Spaß. Man sorgt dafür, dass man sie in leichten Nuancen immer auseinanderhalten kann, wenn sie gerade in einem Raum sind. Hier hat man durchaus gut getrickst. 

SKALPELL – BLUTIGES SPIEGELBILD ist ein solider Psycho-Thriller, der mit kleinen Längen und inhaltlichen Schwächen zu kämpfen hat, aber dennoch unterhält. 

(Bjoern Candidus)

←His Name Was Holy Ghost, 1972 – ★★★½
Blood Rage, 1987 – ★★★½→

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