GATE – DIE UNTERIRDISCHEN
(THE GATE, Kanada, 1987, Regie: Tibor Takács)
In einer typischen us-amerikanischen Vorstandssiedlung: Die beiden Freunde Glen und Terry finden eine Amethyst-Geode im Erdboden des Gartens. Als sie die Geode aufschlagen, hinterlässt diese den Abdruck einer Beschwörungsformel, die die beiden Jungs vorlesen. Hinzu kommt, dass sie eine ihrer Heavy Metal Platten rückwärts abspielen und so das Tor zur Hölle in Glens Garten öffnen. Kleine Monster krabbeln an die Oberfläche und machen den beiden Jungen und Glens Schwester Al das Leben schwer.
Wenn man mich nach einem Wohlfühl-Horrorfilm aus den 80er-Jahren fragt, wird mir sehr schnell die kanadische Produktion GATE – DIE UNTERIRDISCHEN von Tibor Takács einfallen. Als Horror- und Monster- Fan, der ich damals bereits war, konnte mich Takács natürlich abholen. Filme wie POLTERGEIST (1982), GREMLINS (1984) und GHOSTBUSTERS (1984) sind hier zu erkennen und natürlich der ebenfalls 1987 erschienene MONSTER BUSTERS von Fred Dekker. Familientaugliche Horrorfilme voller Spezialeffekte und Monster waren angesagt, und besonders kleine Monster wie die GREMLINS und die CRITTERS (1986) fraßen sich erfolgreich durch die Kinoleinwände und den heimischen Fernsehern.
In GATE mischt Takács die Größe seiner Kreaturen. Es gibt die griesgrämigen Minions, kleine Monster, die aus der Tiefe des Erdreiches nach oben dringen und von Darstellern in Latexkostümen verkörpert werden, und es gibt ein riesiges Monster, was mittels Stop-Motion-Effekten zum Leben erweckt wird. Die visuellen Tricks, um hier Kleines groß und Großes klein darzustellen, sind vorzüglich. Die Qualität im Bereich Masken, Make-up, Monster-SFX und Design ist rundum gelungen und stellt viele ähnlich gelagerte Produktionen jener Tage in den Schatten. Takács und sein Team hat ganz viel Liebe und Geschick aufgebracht, was man jeder Zeit erkennen kann.
Aber die Magie von GATE kommt nicht nur durch die Tricks und Effekte, sondern auch durch die sehr sympathischen Kinder-Darsteller. Der gerade mal 14jähtige Stephen Dorff spielt Glen, und sein bester Freund Terry, dessen Mutter gerade erst verstorben ist, wird von Louis Tripp dargestellt, die beide gerne Heavy Metal hören, absolut authentisch wirken und nie nerven. Glens Schwester Al wird von Christa Denton verkörpert, die lediglich ein paar dümmliche Freundinnen mit in die Handlung bringt. Da Glens Eltern über das Wochenende verreist sind, sind die Kinder auf sich allein gestellt, und so müssen sie sich das erste mal im Leben richtig behaupten.
GATE – DIE UNTERIRDISCHEN ist ein phantasievoller Horrorfilm mit großen und kleinen Monstern, sympathischen Figuren, einer Prise Humor und Spannung, einer gruseligen Atmosphäre und starken Spezialeffekten. Für mich gibt es hier nichts dran auszusetzen.
(Bjoern Candidus)
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