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Dracula A.D. 1972, 1972 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN
(DRACULA A.D. 1972, GB, 1972, Regie: Alan Gibson)

Nach Draculas Vernichtung im Jahre 1872 durch Dr. Lawrence Van Helsing im Londoner Hyde Park, wird er 100 Jahre später bei einer Schwarzen Messe zu neuem Leben erweckt. Und wie es der Zufall will ist Jessica, eine der Hobby-Satansjünger, die Nachfahrin von Van Helsing. Dracula bereitet sich auf seine Rache vor.

Nachdem man mit DRACULA – NÄCHTE DES ENTSETZENS (1970) mehr Härte lieferte, aber an der Kinokasse weniger Erfolg hatte, versuchte man sich bei Hammer an einer neuen Idee und verlegte die Handlung um Draculas Rückkehr in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts. So wirklich neu war die Idee nicht, denn Bob Kelljan versetzte seinen Graf Yorga bereits 1970 in die 1970er-Jahre und schlug eine gelungene Brücke zwischen dem klassischen und dem modernen Vampirfilm. 

Regie führte diesmal Alan Gibson (CRESSENDO, 1970), und das Drehbuch schrieb Don Houghton, der die Handlung nach London verlegte. So wie DRACULA – NÄCHTE DES ENTSETZENS nicht an seinen direkten Vorgänger anknüpft, knüpft auch DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN nicht an DRACULA – NÄCHTE DES ENTSETZENS an. Die Pre-Titel-Sequenz, die die obligatorische Rückblick-Szene zeigt, spielt 1972 in England, genauer im Hyde Park, wo Dr. Lawrence Van Helsing mit Dracula auf einer Kutsche kämpft. Als die Kutsche gegen einen Baum kracht, wird Dracula von den Speichen der Wagenräder aufgespießt und zerfällt zu Staub, dem sich ein Fremder samt seinem Siegelring annimmt. Ein rasanter und gelungener Einstieg mit dem man sich aber auch direkt vom klassischen Anstrich verabschiedet und mit den Credits in ein modernes London startet. James Bernards klassische Klänge weichen den funky Beats von Michael Vickers. Das bringt schon mal frischen Wind in die Reihe, der kurze Zeit später noch intensiver bläst, wenn es ein Hippie-Konzert auf einer Party gibt, die durch den Dandy Johnny Alucard (!) eskaliert. Man lernt die Clique rund um Alucard kennen, der auch Jessica Van Helsing angehört. Alucard, der durch seine Familie an die Asche und den Siegelring von Dracula gekommen ist, überredet seine Freunde zu einer Schwarzen Messe in einer halb zerstörten Kirche, um Dracula zu erwecken. In diesen Momenten wird die Inszenierung wieder klassisch und erinnert an WIE SCHMECKT DAS BLUT VON DRACULA (1970). Das Ritual, die Kirchen-Kulisse und der Moment, in der Caroline Munro als Laura Blut über den Körper gegossen wird, gehören zu den stärksten Momenten des Films. Dann taucht auch endlich Christopher Lee als Dracula auf, der hier sehr wortkarg ist und lieber knurrt. Sein neuer Handlanger, Johnny Alucard, wird von Christopher Neame verkörpert, während Jessica Van Helsing von Stephanie Beacham gespielt wird. Nachdem Peter Cushing in vier Teilen der Reihe aussetzte, ist er hier wieder am Start und gibt sich als Professor Lorrimer Van Helsing die Ehre. Insgesamt bekommt man mehr Cushing als Lee, doch beide können nicht wirklich auftrumpfen, da Gibons Inszenierung etwas sprunghaft und verwässert erscheint oder sich an Belanglosem festhält. Handwerklich ist man wieder auf gutem Niveau unterwegs, aber es mangelt eindeutig an Atmosphäre und die Inszenierung ist insgesamt viel zu hell geraten. 

Trotz einiger Schwächen ist DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN ein unterhaltsamer Film, der sich im Rahmen der Reihe nicht verstecken muss. 

(Bjoern Candidus)

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