ELF TAGE, ELF NÄCHTE – AFTERNOON 3
(POMERIGGIO CALDO, Italien, 1989, Regie: Joe D’Amato)
Der Zeitungsreporter Courtney bekommt den Auftrag, nach New Orleans zu reisen, um einen Artikel über eine Voodoo-Sekte zu schreiben. Begleiten tut ihn dabei seine Ehefrau Connie, der Courtney gerne zuschaut, wenn sie von anderen Männern gevögelt wird. In New Orleans lernt Courtney Norma Highway kennen, deren Mann von einer Sekte getötet wurde, während seine Frau Connie in den Bann des Voodoo-Priesters Budro gerät, der in erster Linie mit seinem Penis denkt.
Gut 200 Filme hat Joe D’Amato gedreht, und sich neben seinen zahlreichen Sex- und Erotikfilmen auch immer wieder im Horrorgenre blicken lassen. Nicht selten hat er das eine Genre mit dem andren verbunden, und wenn es um die Grenzsprengung von grafischer Gewalt ging, war er in den 70er- bis 80er-Jahren eine verlässliche Quelle, die allerdings selten für Qualität stand. ELF TAGE, ELF NÄCHTE – AFTERNOON 3, der nur durch den deutschen Titel eine Fortsetzung der Reihe suggeriert, ist so ein Film, bei dem das Qualitätssiegel leider ausbleibt.
Als Produktions-Haus zeigte sich hier wieder D’Amatos Filmklitsche Filmirage verantwortlich, die bis 1994 aktiv war. Die Aufs und Abs von D’Amato sind bekannt, aber selten ist einer seiner Filme so langweilig wie ELF TAGE, ELF NÄCHTE – AFTERNOON 3. Von Anbeginn herrscht eine Sauerstoffarmut, die sich durch alle Bereiche zieht. Die ersten (ich hoffe, unfreiwilligen) Einschläfernungsversuche verübt bereits Piero Montanari mit seinem Score, der nach Homeshopping-TV-Kanälen und Billigpornos klingt. Letzteres passt ja auch, macht die Klänge aber nicht erträglicher. Und weil es so schön ist, erlebt man auch zahlreiche Szenen, in denen gesprochen wird, man aber nichts hört außer die Musik. Aber vielleicht sollte ich dankbar sein, dass man an den Stellen nichts hört, denn an den Stellen, an denen man etwas hört, hört man nur langweiliges Palaver. Man isst, fickt, labert, fickt, telefoniert, fickt, und nach knapp 70 Minuten verwandelt sich der öde Soft-Sexfilm mit dezentem Voodoo-Anstrich in einen Thriller. Immerhin schafft es Montanari sich musikalisch anzupassen. Alles, was man in den ersten 70 Minuten hätte gebrauchen können, um wenigstens ein bisschen Spannung aufzubauen, verbrennt D’Amato in den letzten 20 Minuten und hinterlässt trotzdem keinen Eindruck. Die meisten Zuschauer werden vermutlich längst eingeschlafen sein, wenn endlich mal Blut über einen weiblichen Körper fließen darf. Aber es ist nicht nur die langweilige Art, wie hier inszeniert wurde, sondern auch das schlechte Spiel der Darsteller. Diese erwecken nicht mal bei den Sex-Szenen einen Eindruck. Zumindest passt die nicht vorhandene darstellerische Qualität von Cort McCown, Valentine Demy und Carey Salley zum Rest des Films.
ELF TAGE, ELF NÄCHTE – AFTERNOON 3 ist ein extrem langweiliger, hässlich inszenierter Versuch, einen Sexfilm mit Filmen wie ANGEL HEART (1987), DAS RITUAL (1987) oder DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN (1988) zu kombinieren, die zu dieser Zeit im Genre mehr oder weniger erfolgreich waren.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar