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Cruel Jaws, 1995 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

THE BEAST – UNHEIMLICHE TIEFE
(CRUEL JAWS, Italien, USA, 1995, Regie: Bruno Mattei)

Ein geldgieriger Grundstücksspekulant, die Mafia, die ihm im Nacken sitzt, ein lebenfroher Besitzer eines Sea Resorts, der das Weite suchen soll, eine Horde junger Leute, die an einer Regatta teilnehmen und ein hungriger Riesenhai sind die Zutaten von THE BEAST – UNHEIMLICHE TIEFE. 

Was Steven Spielberg kann, kann ich auch, dachte sich Regisseur Bruno Mattei, doch die Idee kam reichlich spät. Fast 20 Jahre liegen zwischen Spielbergs Hai-Horror-Meisterwerk DER WEISSE HAI (1975) und diesem Machwerk. Der gute Bruno hat auch hier gemacht, was er am besten konnte: Gutes möglichst billig kopieren. Doch es wurde nicht nur kopiert, sondern regelrecht geklaut. Sämtliche Hai-Szenen wurden aus anderen Hai-Horrorfilmen oder Dokumentationen entnommen und in THE BEAST geschnitten. Und so begegnet man z.B. erneut Enzo G. Castellaris Hai aus DER WEISSE KILLER (1981), bevor er dann wieder sein Erscheinungsbild ändert und ändert. Mattei hat einen Hai-Horrorfilm ohne Hai-Modell gedreht, das ist fast schon genial. Fast. 

THE BEAST ist im Grunde eine komplette Katastrophe, und zwar in allen Bereichen. Die Inszenierung ist ein hässlicher Flickenteppich aus schlecht aneinander geschnittener Szenen unterschiedlichster Qualität, was ja klar ist, wenn man sich Fremdmaterial bedient. Das bringt eine unglaubliche Unruhe mit sich, allerdings trägt es auch dazu bei, dass es nie langweilig wird. Neben einigen Hai-Momenten, die aufgrund ihrer schnellen Schnitte manchmal sogar recht gelungen sind, sorgen vor allem die schlechten Darsteller für das größte Vergnügen. Hier hat man einen unglaublichen Haufen von Dilettanten angekarrt, die sich durch eine zusammengeklaute Story bewegen. Angeführt werden die Trottel von Richard Dew als Dag Soerensen, der wie Hulk Hogan von Temu aussieht. Seine überzeugendste Leistung im Film ist dumm zu gucken, und zwar die ganze Zeit, aber schließlich ist er ja auch der Hauptdarsteller von THE BEAST. Die Trottelhaftigkeit trifft hier wirklich auf jeden zu, aber man muss den Leuten auch zugute halten, dass sie unerfahren waren, und die meisten blieben es auch. Ein Bild des Elends ist im Grunde die Stärke von THE BEAST. 

Der Diebstahl setzt sich im übrigen auch im Score von Michael Morahan fort. Plötzlich ertönt John Williams STAR WARS Hyme, die man in einen anderen Track gemogelt hat, aber nur für ein paar Sekunden. Die Helden des Films stehen auf einem Boot und dazu muss man an STAR WARS denken. Wahnsinn. 

THE BEAST ist ein unfassbar schlechter Film, aber er ist von Anfang bis Ende auf seine unterirdische Art unterhaltsam. 

(Bjoern Candidus)

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