DES TEUFELS LOHN
(MAN IN THE SHADOWS, USA, 1957, Regie: Jack Arnold)
Sheriff Ben Sadler wird von dem mexikanischen Saisonarbeiter Jesus Cisneros aufgesucht, da der Zeuge davon wurde, wie sein Kollege Juan Martin von zwei Arbeitern des mächtigen Rinderbaron Virgil Renchler getötet wurde. Anfänglich hat man Zweifel bezüglich der Anklage, und vor allem Sadlers Kollege glaubt dem Mexikaner nicht. Doch der Sheriff will der Sache nachgehen und stattet Renchler auf seiner Ranch, The Golden Empire, einen Besuch ab. Renchler weiß nichts von einer Auseinandersetzung und macht dem Sheriff klar, dass sein Job als Ordnungshüter auf dem Spiel steht, falls er seine Verdächtigungen nicht einstellt. Einen Tag später taucht ein Mitarbeiter von Renchler auf, der behauptet, Juan Martin sei ihm betrunken vor sein Auto gelaufen. Bens Zweifel werden größer und er bewirkt einen Durchsuchungsbefehl für Renchlers Farm, womit er sich selbst in Gefahr bringt.
DES TEUFELS LOHN wirft seine Schlinge bereits in den ersten Minuten aus und zeigt das grausame Verbrechen von zwei weißen US-Amerikanern an einem Mexikaner. Das sind Szenen, die man nicht unbedingt in einem Jack Arnold – Film erwarten würde. Die Schwarzweißbilder und das Cinemascope-Format verstärken diesen derben Auftakt zusätzlich. Es dauert auch nicht lange, um die Strukturen der kleinen Stadt kennenzulernen, die in der festen Hand vom Rinderbaron Renchler zu sein scheint. Er gibt vielen Menschen in der Stadt Arbeit, und die widersprechen natürlich nicht und schauen gerne weg. Hinter den Gattern der Golden Empire Ranch herrschen eigene Gesetze, und die sprechen nicht unbedingt für die mexikanischen Gastarbeiter. Und so kommt es in DES TEUFELS LOHN zum Konflikt zwischen einem gesetzestreuen Sheriff, der sich für jeden Menschen einsetzt, der Hilfe braucht und den machtbesessenen, rassistischen und erpresserischen Machenschaften eines Rinderbarons, der glaubt, mit Geld alles bewirken zu können.
Mit dem großen Orson Wells ist natürlich der Richtige an Bord, um einen moralisch verkommenen Rinderbaron zu bekommen. Die Mission ist absolut geglückt, man hasst ihn zu jeder Sekunde. Nicht weniger gelungen ist das Schauspiel von Jeff Chandler (DER GEBROCHENE PFEIL, 1950) als Sheriff Ben Sadler. Er verkörpert sehr überzeugend den guten Sheriff, den die Welt braucht. Die Anzahl von unangenehmen Figuren ist recht hoch, und man bekommt für 1957 einiges an Härte geboten.
Was an der Inszenierung ganz besonders interessant ist, ist ihr Erscheinungsbild. DES TEUFELS LOHN präsentiert sich nämlich zu jeder Zeit als moderner Western, der in den 1950er-Jahren angesiedelt ist, in dem statt Pferde Autos als Fortbewegungsmittel genutzt werden. Die meisten Herren in dem Film tragen Cowboyhüte und die Stadt, in der sie leben, sieht aus wie eine typische Stadt aus einem Western. Die Themen wie Machtbesessenheit, Erpressung und Rassismus sind leider so zeitlos, dass sie überall Platz finden.
DES TEUFELS LOHN ist ein sehr spannendes, stark besetztes Krimi-Drama im Western-Gewand, was inhaltlich wie visuell absolut überzeugt.
(Bjoern Candidus)
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