DEADLY GAMES
(USA, 1982, Regie: Scott Mansfield)
In einer US-Kleinstadt stürzt eine Frau zu Tode. War der Sturz aus dem Fenster ein Unfall oder ein Mord? Ihre Schwester Keegan, eine Journalistin, will herausfinden, was mit Linda passiert ist und reist zurück in ihre Heimatstadt. Dort trifft sie auf ihre alten Freundinnen, die über den Tod von Linda schockiert sind. Der ermittelnde Polizist Roger ist ganz fasziniert von der überdrehten Keegan. Aber auch Rogers bester Freund Billy ist angetan. Gemeinsam verabreden sich die Drei, um einen Film im Kino zu gucken, in dem Billy arbeitet. Doch die Idylle der Kleinstadt hält nicht lange, denn es kommt zu einem weiteren Mord.
Scott Mansfield hat hier einen interessanten Hybriden aus Slasher- und Psycho-Thriller geschaffen, der sich vor allem visuell sehen lassen kann. Spannung und Terror verbreitet der Film bereits in den ersten 5 Minuten, und dabei sieht er sehr stylisch aus. Immer wieder kommt es zu sehr prickelnden Szenen in der Dunkelheit (manchmal entpuppen sie sich als Day-for-Night-Shot), in denen der Killer Frauen auflauert, sie verfolgt oder attackiert. Durch sein Outfit: schwarze Hose, schwarzer Pullover, schwarze Sturmhaube, bei der man nur die stechenden Augen sehen kann, bekommt man ein realistisches Bild von einem Täter. Das Outfit gab es bereits 1980 bei PROM NIGHT.
Die ordentliche Fotografie wird von einem ebenfalls spannungsgeladenen Score von Robert O. Ragland wirksam unterstützt. Die Kleinstadt Atmosphäre, in der jeder jeden kennt, in dem man sich die Zeit mit Sport oder Kneipenbesuchen vertreibt, wird intensiv gelebt, manchmal auch zu Ungunsten des Zuschauers. Der Film ist reich an Figuren, besonders an weiblichen, dazu gibt es viel Dialog. Leider ist das Hauptproblem die Hauptdarstellerin. Jo Ann Harris (CITY MONSTER, 1974) ist als Keegan leider völlig nervig und überdreht gezeichnet, während die meisten anderen Damen viel angenehmer daherkommen. Das Hauptaugenmerk liegt dann aber doch auf zwei Männern: Sam Groom (NIGHT EYES, 1982) als ermittelnder Polizist Roger Lane und Steve Railsback (ED GEIN, 2000) als sein Vietnamkrieg-Kumpel Billy Ownes. Beide sind gut gecastet, doch ihre Charaktere verbergen zu keiner Zeit, dass sie einen ordentlichen Schaden haben. Dass sich der Film dann in der Mitte zu einer sonderbaren Dreiecksbeziehung entwickelt, nimmt ihm etwas die Fahrt, zumal er sich auch wiederholt. Dennoch merkt man Scott Mansfields Inszenierung Spaß und Freude am Genre an, wofür z.B. auch einige Horrorfilm-Verweise sprechen.
Auch wenn die Story von DEADLY GAMES etwas sonderbare Auswüchse hat, wird man visuell gut bedient. Sieht man von ein paar langweiligen Momenten ab, darf man sich auf viel Spannung und Terror freuen.
(Bjoern Candidus)
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