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Ruby, 1977 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BLUTIGE RUBY
(RUBY, USA, 1977, Regie: Curtis Harrington) 

Am Tag der Geburt ihrer Tochter Leslie wird Rubys Liebhaber Nicky von der Gangsterbande erschossen, der auch sie angehört. 16 Jahre später leitet sie zusammen mit den Mördern ein Autokino. Doch plötzlich werden die Täter selbst zu Opfern von der Rache aus dem Jenseits, die die stumme Tochter Leslie als Medium benutz. 

Curtis Harrington wandelt mit BLUTIGE RUBY auf den Spuren von DER EXORZIST (1973) und CARRIE (1976), in dem er die Themen der Besessenheit und der PSI-Fähigkeiten kombiniert. Als Handlungsschauplatz nutzt er ein Autokino und das angeschlossene Haus nahe den Sümpfen Floridas (, die vermutlich im Studio entstanden sind). Die Atmosphäre ist schön schwummrig, düster und bedrückend. Und gerade Piper Laurie verbreitet als erfolglose Schauspielerin und Sängerin Ruby richtig schlechte Laune. Die Besetzung ist soweit okay, dennoch ist Laurie die Einzige, die hier Eindruck erweckt, wenn sie z.B. gerade wieder im Alkoholrausch versumpft. Besonders ihre Tochter Leslie als Pseudo-Regan ist weniger gut besetzt. Hin und wieder taucht der Geist von Nicky auf, der sich mit ein paar Einschusslöchern im Gesicht präsentiert, aber mehr Wirkung erzielt, wenn er nur mit seiner Stimme über die Lautsprecher des Autokinos Ruby quält. 

Was grafische Gewalt angeht verhält sich BLUTIGE RUBY ziemlich handzahm. Die Tötungen, die wie von Geisterhand vonstattengehen, bestehen aus Strangulationen oder Pfählung auf einer Kinoleinwand (sehr schön), die mit ein wenig Blut angereichert sind. Im letzten Drittel gibt es ein paar billige Effekte, die das Tempo des Films unnötig erhöhen, denn gerade das ruhige Vorgehen Harringtons ist eine Stärke von BLUTIGE RUBY. Neben dem ständig erklingenden Ruby-Song bewegt sich Don Ellis Score zwischen Jazz, Klassik und experimentellen Klängen, die gut zu den 50er-Jahren passen, in denen die Story spielt. 

BLUTIGE RUBY ist ein atmosphärischer Geister-Horrorfilm, der immer dann ins Wanken gerät, wenn sich Harrington zu sehr an Friedkin orientiert. 

(Bjoern Candidus)

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