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The Satanic Rites of Dracula, 1973 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT
(THE SATANIC RITES OF DRACULA, GB, 1972, Regie: Alan Gibson)

Eine geheime Organisation, bestehend aus wichtigen Männern aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Militär, erweckt während eines Opferrituals Graf Dracula zum Leben. Dieser plant die Vernichtung der Menschheit durch einen Pest-Virus, was die Herrschaften der Organisation allerdings gar nicht wissen. Doch wie so oft hat Dracula die Rechnung ohne Van Helsing gemacht, der erneut den Sturz des Vampirs plant, und diesmal ist auch Scotland Yard im Bunde.

Wie schon im Vorgänger, DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN, befindet man sich auch bei DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Dracula, der mal wieder vernichtet wurde, wird hier erneut zurück in die Welt der Lebenden gebracht. Ein letztes Mal wird dieser von Christopher Lee verkörpert, der eigentlich schon lange keine Lust mehr auf die Rolle hatte. Aber das Geld überzeugt die Meisten, und nur so kann ich mir erklären, dass er hier erneut zugegen ist. Aber vielleicht war es am Ende doch nur Freundschaft. Wie schon in den letzten Teilen ist seine Präsenz allerdings zeitlich sehr limitiert, was gar nicht so schlimm wäre, würde man hier zum Ausgleich etwas anderes bekommen, was einen packt. Die Wirkung Lees als Dracula ist nur noch ein Schatten von dem, was er in den Anfängen der Reihe geliefert hat. Peter Cushing ist erneut als Van Helsing an Bord, und der bringt wenigstens die gewohnte Energie ins Spiel, auch wenn er die Inszenierung am Ende nicht retten kann. Immerhin hat Freddie Jones als Professor Julian Keeley einen kurzen, aber feinen Auftritt.

Die Figuren sind eine Sache, die dumme Story eine andere, und damit schadet sich die Inszenierung am allermeisten. Nicht, dass Horrorfilme von Logik durchzogen wären, aber Dracula als Vollidioten darzustellen, der seine eigenen Pläne offensichtlich nicht wirklich durchdacht hat, ist schon etwas frech. Hat er sich in den anderen Teilen meistens speziell an jemandem rächen wollen, möchte er hier die gesamte Menschheit auslöschen, was letztlich dazu führen würde, dass er verhungert. Soweit hat hier offensichtlich niemand gedacht, vor allem nicht Don Houghton, der das Drehbuch geschrieben hat. Nicht mehr Intelligenz ist auch der Organisation zu attestieren, die mit dem Pest-Virus eigentlich nur die Menschheit erpressen will. Aber Dracula will drei der Herren der Organisation als apokalyptische Reiter benutzen und Van Helsings Enkelin, Jessica Van Helsing, zu seiner Braut machen. Und all das soll am 23. November, in der Nacht der toten Seelen, passieren. 

Konnte Alan Gibson mit DRACULA JAGT MINI-MÄDCHEN noch etwas Charme und Zeitgefühl der anfänglichen 70er-Jahre einfangen, in dem auch immer noch leichte Gothic-Horror-Elemente zu erkennen sind, geht ihm hier alles flöten, womit er die Story hätte kaschieren können. Die schwarze Messe mit der obligatorischen Opferung einer Frau gehört noch zu den wenigen netten Momenten, in denen ein bisschen Atmosphäre aufgebaut wird. Aber solche Szenen sind im Rahmen der Reihe auch nichts Neues. Immerhin wird die Zeremonie diesmal von einer Chinesin durchgeführt, was zumindest für ein bisschen Abwechslung sorgt. Das abgelegene Herrenhaus und die darin operierende Gesellschaft erinnert ein wenig an DIE BRAUT DES TEUFELS (1968), während im letzten Drittel kurz Erinnerungen an FRANKENSTEIN MUSS STERBEN (1969) wach werden. Immerhin bringt dieser schlechte Film sehr gute in Erinnerung.

DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT ist handwerklich solide gemacht, kann einen zumindest mit Cushing und Jones beglücken, aber verkommt durch seine Story und durch seinen wirkungslosen „Titelhelden“. 

(Bjoern Candidus)

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