STRYKER
(Philippinen, USA, 1983, Regie: Cirio H. Santiago)
Eine nukleare Katastrophe hat den Großteil der Menschheit ausgelöscht und dafür gesorgt, dass sich das Klima verändert hat. Regen fällt keiner mehr, um die Nachfrage nach Wasser zu decken. Die Wasserreserven, die noch übrig sind, sind verseucht oder gehen zur Neige.
Und so heißt es in dieser hoffnungslosen Welt: Wasser bedeutet Macht, und wer es kontrolliert, dem gehört die Welt. Als sich eine neue Wasserquelle auftut, kommt es zu einer großen Schlacht in den Ruinen der vergangenen Zivilisation.
Wer einfach nicht genug bekommen kann von wilden Kerlen in coolen Lederklamotten, die durch die Ödnis fahren, um um Wasser (oder alternativ: Öl) zu kämpfen, dem sei auch STRYKER empfohlen. Regie führte hier Cirio H. Santiago (EIN MANN WIRD ZUM KILLER, 1978), der diese philippinische-US Koproduktion komplett in seinem Heimatland abdrehte. Nicht nur die Italiener nutzen Steinbrüche, um ein endzeitliches Setting aufzubauen, sondern auch der Herr von den Philippinen. Rein visuell sieht der Film kaum anders aus als jene, die alle im Jahr 1983 in Italien, bzw. Spanien produziert wurden. ENDGAME, METROPOLIS 2000, 2020 – TEXAS GLADIATORS, FIREFLASH und THE EXECUTOR sind klare Reaktionen auf MAX MAX 2 (1981) und alle bieten sie Steinbrüche, Kiesgruben, Wüstenabschnitte oder Fabrikruinen. Äußerst günstige, aber auch sehr effektive Schauplätze, die es erst mal einfach machen, um sich George Millers Feuerwerk zu nähern. Die Kraft von MAD MAX 2 zu erreichen ist weder Castellari, Carnimeo noch Santiago oder irgendwem gelungen, aber die Figuren, die Klamotten und die ganzen Vehikel in etwa zu kopieren, kann als geglückt bezeichnet werden. All diese Filme vereint auf jeden Fall eine Sache: sie sind allesamt unterhaltsam, der eine mehr der andere weniger.
STRYKER liefert viel Action durch Verfolgungsjagden mit Autos, Trucks, Motorrädern, Schießereien und Explosion. Was man in diesem Kino erwartet, bekommt man auch. Doch leider liefert Santiago keine charismatischen oder hervorstechenden Darsteller. Steve Sandor als Stryker ist nun mal kein Mel Gibbson. Aber auch alle anderen Figuren sind wenig bis gar nicht beeindruckend. Am ehesten bleiben noch die Jawa-ähnlichen Kleinwüchsigen mit ihren Kutten hängen, die sonderbare Geräusche von sich geben. Im direkten Vergleich hat das Giuliano Carnimeo mit den Figuren in seinem sehr ähnlichen THE EXECUTOR besser hinbekommen.
STRYKER ist ein durchaus solide inszenierter Endzeit-Actionfilm, dem es aber an Ausdruck fehlt. Langeweile kommt hier dennoch nicht auf.
(Bjoern Candidus)
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