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Shiver, 2008 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SHIVER – DIE DÜSTEREN SCHATTEN DER ANGST
(ESKALOFRIO, Spanien, 2008, Regie: Isidro Ortiz)

Santi, ein Jugendlicher, der unter Photophobie leidet, zieht mit seiner Mutter in ein abgelegenes Nest in Nordspanien, da ihn die Lichtempfindlichkeit zu schaffen macht. In dem kleinen Dorf, was von hohen Bergen umgeben ist, lebt es sich anders als in der Stadt. Und auch in seiner neuen Schule muss er sich erst mal behaupten, da er mit seiner Sonnenbrille und seiner Kapuze direkt auffällt. Als Santi im Wald über die Leiche eines jungen stolpert, fällt der Verdacht anfänglich auf ihn, doch der kann schnell entkräftet werden. Doch die Dorfbewohner sind der Mutter mit ihrem Sohn nicht gut gesonnen und geben ihnen die Schuld an dem Vorfall und an den Vorfällen, die noch folgen.

Seit den 90er-Jahren kommen immer wieder Thriller und Horrorfilme aus Spanien, die sich durchaus sehen lassen können. Mit SHIVER von Isidro Ortiz liegt ein, zumindest handwerklich, ganz passabler Horrorfilm vor, der leider das Problem hat, ab der Mitte etwas an Spannung zu verlieren und mir am Ende sogar noch ein Augenrollen bescherte. 

Die düstere Stimmung, die der Film von Anfang an besitzt, wird auch im weiteren Verlauf nicht fallen gelassen, was schon mal ein Pluspunkt ist. Von Barcelona geht es in die Pampa von Nordspanien, die einem einen schönen bergischen Schauplatz beschert. Ganz abseits von Palmen und Meer glaubt man sich eher in Österreich zu befinden. Das Setting ist durchaus gelungen, während die grimmigen Dorfbewohner nichts Neues im Horrorfilm darstellen. Die Idee mit der Lichtempfindlichkeit ist an sich gar nicht schlecht, wird nur leider überhaupt nicht dafür benutzt, dass man als Zuschauer möglicherweise selbst auf eine falsche Fährte gelockt wird, da man direkt weiß, dass Santi nichts mit den Morden zu tun hat. Es stellt sich also gar nicht die Frage, ob Santi möglicherweise ein Vampir ist oder glaubt einer zu sein. Zudem hat Santi eine Begegnung mit dem eigentlichen Täter, der hier zu Werke schreitet, und ab dem Punkt gerät auch die Inszenierung ins Schwanken. 

Die Darsteller sind durchaus solide, ob jung oder alt, und sie passen gut zur finsteren Atmosphäre. Weniger schön sind zeittypische Stilmittel wie Color Grading oder Ruckelbilder, die SHIVER rein visuell im Gros ähnlicher Produktionen verschwinden lassen. Zudem kommen ein paar kurze Gore-Effekte zum Einsatz, die aber durch den düsteren Look kaum erkenntlich sind, was allerdings auch nicht das Schlechteste ist. 

SHIVER ist nicht mehr als mittelmäßige Horrorkost, aber auch nicht weniger. 

(Bjoern Candidus)

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