DELIRIUM
(USA, 1979, Regie: Peter Maris)
Detective Larry Mead und Paul Dollinger sind auf der Suche nach dem Mörder einer jungen Frau. Doch Charly, ein Vietnam-Veteran mit einem gewaltigen psychischen Problem, fängt gerade erst an, eine blutige Spur hinter sich zu ziehen. Aber nicht nur die Polizei ist hinter ihm her, sondern auch eine geheime Organisation, die auf eigene Art Verbrecher jagt und ihre Hinrichtungen wie Selbstmorde aussehen lässt.
Der Film startet in einer Großstadt bei Nacht, in der man Zeuge wird, wie zwei Männer eine Leiche in einen Fluss schmeißen. Der grobe Look gefällt und wird sich im weiteren Verlauf des Films nicht verändern. Inhaltlich und visuell ist DELIRIUM reines 70er-Jahre-Grindhouse-Kino mit ekligen Figuren und ein paar harten Gewaltspitzen. Mal kommt eine Mistgabel zum Einsatz mal ein Speer oder ein Beil, um Menschen ins Jenseits zu befördern. In den Tötungen verhält sich der Film wie ein Slasher und kann in diesen Momenten auch überzeugen. Auch Charlie macht als Killer einen authentischen Eindruck. Optisch ist er ein Typ wie jeder andere, der sich nicht hinter einer Maske verstecken muss, wie viele seiner Kollegen. Und so steht DELIRIUM mehr in der Tradition von Filmen, wie BLUTBAD DES SCHRECKENS (1973), DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN (1979) oder MANIAC (1980). Hätte es Regisseur Peter Maris doch nur dabei belassen, dem Killer bei seinen Taten zu folgen, wäre zwar auch kein geistreicher Film entstanden, aber man wäre von einigen schlechten Darstellern verschont geblieben. Die zwei Detectives, die so aufregend sind wie ein Glas Wasser, bringen die Inszenierung schon ins Schwanken, aber das Oberhaupt der Organisation bringt DELIRIUM fast komplett zum Einsturz. Das Schauspiel von Barron Winchester als Eric Stem ist so übel, dass man es eigentlich mal gesehen haben muss. So eine Figur ist mir lange nicht mehr begegnet. Da fallen die Vollpfosten schon gar nicht mehr groß ins Gewicht, die neben ihm am Tisch in seinem geheimen Kellerversteck sitzen. Die Idee mit der Organisation ist sogar ein innovative Ansatz, aber die Umsetzung ist komplett daneben. Besser ist da der Score von David Williams.
DELIRIUM ist ein gutgemeinter Serienmörder-Thriller, der sich mit dreckigen Bildern schmückt, ein paar garstige Szenen liefert, aber durch seine schlechten Darsteller und seine langatmigen Momenten verkommt.
(Bjoern Candidus)
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