CLUB WAR
(TROMA‘S WAR, USA, 1988, Regie: Michael Herz, Lloyd Kaufman)
Ein Passagierflugzeug der Tromaville Airline stürzt auf einer Insel vor Amerika ab. Dabei überleben einige der bunt gemischten Reisenden. Doch eine weitere Gefahr bahnt sich an, denn die Insel wird von Terroristen beseelt, die sich aus sämtlichen Gruppierungen (RAF, PLO usw.) für ein gemeinsames Ziel zusammengeschlossen haben: sie wollen die USA mit dem HI-Virus vernichten.
An irrwitzigen Ideen und geschmacklosen Umsetzungen hat es den Filmen von Troma Entertainment nie gemangelt, und CLUB WAR ist ein weiterer Beweis dafür. Regie führte der Troma-Boss Lloyd Kaufman und Michael Herz, und die sorgen dafür, dass es hier keine ruhige Minute gibt.
Nachdem man sich den eigentlichen Flugzeugabsturz gespart hat, bekommt man gleich das Resultat zu sehen: ein Flugzeugwrack am Strand auf einer Insel. Schön dekorativ liegen neben den Wrackteilen zerfetzte Körper, während sich die noch lebenden Passagiere über ihre Situation bewusst werden. Was einem selbst auch schnell bewusst wird, ist die Tatsache, dass es sich hier mitnichten um einen ernsthaften Film handelt, sondern um den gleichen Wahnsinn, den man bereits zu vorher aus dem Studio bekommen hat. Ganz so durchgeknallt und überzogen wie die Figuren in CLASS OF NUKE ‚EM HIGH (1986) sind die Idioten, die hier angekarrt wurden, nicht, aber sie sind auch nicht weit entfernt davon. In erster Linie ist es das Setting, was sich deutlich von den Geschichten, die in Tromaville stattfinden, abhebt. In CLUB WAR ist man im Dschungel auf einer Insel voller Terroristen in Kampfanzügen, die nur darauf warten, dass Sylvester Stallone und Chuck Norris auftauchen. Doch stattdessen taucht eine bunt gemischte Gruppe US-Bürger von jung bis alt auf, die sich plötzlich mit aller Gewalt und Patriotismus zur Wehr setzen muss. Hier wird aus allen Rohren gefeuert, gewürgt, geschlagen, gehackt, gebissen, getreten, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Wie auch bei anderen Troma-Produktionen ist auch hier die Spielzeit zu lang. Der wilde Mix aus dämlichen Figuren, bizarren Ideen und blutigen Effekten ist gut und schön, aber irgendwann geht dem Irrsinn die Puste aus.
CLUB WAR bietet eine gute Kriegs-Ausstattung, einen schönen Dschungel-Schauplatz, einen sehr hohen Body Count, aber auch zu viele dämliche Figuren, die einem irgendwann den letzten Nerv rauben.
(Bjoern Candidus)
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