L’OSSESSA – DAS OMEN DES BÖSEN
(L’OSSESSA, Italien, 1974, Regie: Mario Gariazzo)
Danila bekommt von ihrem Vater eine Jesusfigur zur Restauration geschenkt. Als sie des nachts in ihrem Atelier arbeitet, wird die Figur plötzlich lebendig und entpuppt sich als der Teufel, der in Danila sein nächstes Opfer sieht. Als Besessene macht sie sich und ihrem Umfeld den Alltag schwer.
L’OSSESSA – DAS OMEN DES BÖSEN ist ein weiterer Teufels-Horrorfilm aus den 70er-Jahren, der durch die Erfolgswelle von DER EXORZIST (1973) entstanden ist. Regie führte hier Mario Gariazzo (PLAY MOTEL, 1979), der offensichtlich großes Vergnügen an der Provokation hatte. Ivan Rassimov spielt den Teufel, der als getarnter Holzjesus plötzlich fleischlich wird und sich vom Kreuz löst, bevor er sich sexuell über Danila hermacht. Ein durchaus wirkungsvoller Effekt und eins der klaren Highlights in L’OSSESSA. Mehr Sex folgt mit Gabriele Tinti, denn der darf als Liebhaber von Danilas Mutter ebenjene mit Rosen blutig schlagen, was sie sichtlich erregt. Stella Carnacina spielt Danila, die als Besessene das typische destruktive Verhalten gegen sich selbst und andere an den Tag legt, was ihr darstellerisch ganz gut gelungen ist. Sie räkelt sich auf dem Boden, sie kotzt, sie schreit und ist sexuell erregt. Hier kommt es zu ein paar unangenehmen und visuell ganz gut umgesetzte Szenen, die sich dem räudigen Gesamtbild anpassen. Hoffnung kommt einzig durch den wunderbaren Luigi Pistilli als Pater Xeno auf, der Umberto Raho als Psychiater ablöst, der keinen Rat mehr hat.
Neben Sex und Ekel liefert Gariazzo durchaus atmosphärische und unheimliche Momente, die in erster Linie durch die Schauplätze erzeugt werden. Ummantelt werden die unheilschwangeren Impressionen von Marcello Giombinis Score.
L’OSSESSA – DAS OMEN DES BÖSEN reicht nicht an die Qualität von DER ANTICHRIST (1974), ist weniger unterhaltsam als WER BIST DU? (1974), aber kann sich durch seine sexlastige Art durchaus ein eigenes Plätzchen in der Filmhölle sichern.
(Bjoern Candidus)
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