CREATURES FROM THE ABYSS*
(PLANKTON, Italien, 1994, Regie: Alvaro Passeri)
Fünf junge Leute unternehmen eine Spritztour mit ihrem Motorboot. Doch auf dem Meer geht ihnen das Benzin aus. Sie haben Glück und können sich auf eine scheinbar verlassene Yacht retten. Die Yacht ist nicht nur ausgestattet wie ein Partyboot, sondern beinhaltet auch ein Labor, in dem geheime Experimente an Fischen stattgefunden haben, die nun zu einer tödlichen Gefahr werden.
Wenn man richtig schlecht gelaunt oder betrübt ist, dann ist CREATURES FROM THE ABYSS vielleicht eine Option, dem Zustand entgegenzuwirken. Schnell hebt Alvaro Passeri die Laune mit seinen unglaublich dümmlichen Figuren, die einen flachen Spruch nach dem anderen abfeuern. Das ändert sich im Verlauf des Films leider nicht, aber die Umstände ändern sich glücklicherweise. Nach einem etwas quälenden Start wird die Inszenierung mit betreten der Yacht direkt spannender. Vor allem ist die höchst stylische Innenausstattung ein wahrer Hingucker. Dass man sich dann in einem Studio aufhält, sieht man natürlich. Aber die mit Silberfolie beklebten Wände, die futuristische Möblierung und das Labor eröffnen eine eigene Welt, die mindestens so schräg ist wie die Kreaturen, die hier auftauchen. Eine Mischung aus urzeitlichen Fischen und Piranhas flattern durch die Gegend und richten ein unglaubliches SFX-Massaker an, was man so selten gesehen hat. In Sachen Schleim, Blut, Gekröse und Effekte ist CREATURES FROM THE ABYSS wirklich eine kleine Offenbarung, die man anfänglich nur schwer vermuten würde. Er ist mehr ein THE THING (1982) als ein PIRANHA (1978), nur auf einem niedrigeren Niveau, versteht sich.
Hätte Passeri auf vernünftige Darsteller zurückgreifen können und er diesen mehr Ernsthaftigkeit zugeschrieben, hätte CREATURES FROM THE ABYSS ein richtig starker Monster-Horrorfilm werden können. Doch so ist er ein Partyfilm geworden, der immerhin viele Zutaten eines Creature-Features beinhaltet und sich visuell recht experimentell zeigt. Viele Stärken der Inszenierung laufen leider immer Gefahr, durch die dummen Figuren und ihr Handeln unterzugehen, doch am Ende setzt sich der bizarre Wahnsinn durch, der in sämtlichen Farben und Formen verbreitet wird.
CREATURES FROM THE ABYSS ist einer dieser Filme, die man kaum für möglich hält, und doch existiert er.
(Bjoern Candidus)
* Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“
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