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The Innkeepers, 2011 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

THE INNKEEPERS – HOTEL DES SCHRECKENS
(THE INNKEEPERS, USA, 2011, Regie: Ti West) 

Das Hotel „Yankee Pedlar Inn“ steht kurz vor der Schließung. Die beiden Angestellten kümmern sich die letzte Woche vor dem Abriss ohne ihres Chefs um die wenigen Gäste. Aber Claire und Luke verbindet noch ein ganz besonderes Hobby – die Geisterjagd. Für sie war dies überhaupt der einzige Grund, warum sie den Job angenommen haben, weil in dem Hotel der Geist einer ermordeten Frau umhergehen soll. Sie suchen für ihre Website Beweise für den Spuk. 

Wer auf ruhige, subtile Geister-Horrorfilme steht, die ohne große Schocks und Fratzen auskommen, der wird mit THE INNKEEPERS vermutlich nichts falsch machen. 
Regisseur Ti West, der mit HOUSE OF THE DEVIL (2009) eine packende 70er-Jahre-Okkult-Horrorfilm-Hommage abgeliefert hat, widersetzt sich dem Geister-Effekt-Zirkus eines INSIDIOUS (2010) und bewegt sich erneut eher in die Bahnen des 70er-Jahre Kinos, zumindest was die Entschleunigung und Reduzierung des Schreckens angeht. 

Hin und wieder überspannt West etwas den Bogen der Ruhe, aber verliert selten den Blick auf die Spannung. Wieder darf man sich davon überzeugen, dass eine langsame Kamerafahrt viel unheimlicher sein kann, als eine Geisterfratze, die aus dem Nichts ins Bild platzt. So ganz verzichtet West aber auch nicht auf Jump-Scare-Szenen, aber diese sind homöopathisch auf die zweite Hälfte der 100 Minuten verteilt. West legt mehr Wert auf Unbehagen, was durch Kleinigkeiten im Kopf des Zuschauers entsteht. Außerdem sind ihm die Charaktere wichtig, die ein Großteil des Films ausmachen. Claire wird von Sara Paxton gespielt, die wie Tick, Trick und Track in einer Person daherkommt. Anfangs ist ihr Charakter etwas nervig, aber nachher habe ich mich an sie gewöhnt. Ihr Kollege Luke, ein lahmarschiger Computer-Nerd, wird von Pat Healy verkörpert, der ein wunderbarer Kontrast zu Claire darstellt. Beide bringen auf jeden Fall den nötigen Schwung rein, um sich hier bestens unterhalten zu fühlen.

Insgesamt fährt THE INNKEEPERS nicht viel Neues auf, aber er ist gut besetzt, kontinuierlich spannend, atmosphärisch und ordentlich fotografiert. Sein hohes Maß an Geschwätzigkeit wird vielen sicherlich etwas aufstoßen, aber gerade das gefiel mir recht gut. 

(Bjoern Candidus)

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