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2019: After the Fall of New York, 1983 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

FIREFLASH – DER TAG NACH DEM ENDE 
(2018 – DOPE LA CADUTA DI NEW YORK, Frankreich, Italien, 1983, Regie: Sergio Martino)

Acht Jahre nach einem Atomkrieg liegt die Welt größtenteils in Schutt und Asche oder ist radioaktiv verseucht. Die Strahlung hat die Männer zeugungsunfähig und die Frauen gebärunfähig gemacht, was dazu führen wird, dass die Menschheit endgültig dem Untergang geweiht ist. Während die faschistoiden Euraker ein neue Gesellschaft mittels Replikanten erschaffen will, will es der Widerstand auf natürliche Art und schickt Parsifal und seine Mannen nach New York City, wo die einzig gebärfähige Frau zu finden ist. 

Das Kinojahr 1983 stand in Italien ganz im Zeichen des Endzeitfilms. Im Oktober erblickte Sergio Martinos Endzeitvision FIREFLASH – DER TAG NACH DEM ENDE das Licht der Welt. Martino greift zwar auch auf die Steinbruch-Ästhetik seiner Kollegen zurück, hält sich allerdings mehr auf Schrottplätzen, Kanalisationen, Fabrikhallen oder futuristischen Geheimstationen auf. Seine Inszenierung erinnert mehr an Carpenters ESCAPE FROM NEW YORK (1981) und Castellaris THE RIFFS – DIE GEWALT SIND WIR (1982), statt an METROPOLIS 2000 oder EXECUTOR – DER VOLLSTRECKER. Während Castellari eine Art moderne SS auf Pferden in die Ruinen der Bronx schickt, sind es bei Martino die Euraker, gekleidet wie Ritter, die auf Pferden durch ein radioaktiv verseuchtes New York City reiten und zur totalen Desinfektion ausrufen. Ein totalitäres System, was Jagd auf Menschen macht, eint diese Filme.

Am Anfang bekommt man ein sehr schönes Miniaturmodell des halbzerstörten New Yorks zu sehen, was einen erst mal endzeitlich einstimmt und an RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN (1970) erinnert. Fast levelartig wie in einem Computerspiel liefert Martino einen Schauplatz nach dem anderen. Die Außendrehs fanden diesmal nicht in Spanien statt, wie bei vielen anderen italienischen Produktionen aus dieser Welle, sondern in den USA, genauer in Arizona, wo Michael Sopkiw als Parsifal, Romano Puppo als Ratchet und Paolo Maria Scalondro als Bronx mit ihren Motorrädern aufbrechen, um ins verstrahlte New York City zu gelangen. Die Wüste und die Felsmassive von Arizona heben FIREFLASH – DER TAG NACH DEM ENDE schon mal deutlich ab und wüsste man es nicht besser, könnte man fast meinen, man hätte es mit einer US-Produktion zu tun. Doch der Eindruck hält nicht lange, denn mit betreten des Big Apple, der in erster Linie aus den De Paolis Studios in Rom besteht, zeigt Martino die deutliche Handschrift der Italiener. Die Kostüme, die Waffen, die Vehikel, die Masken, die teils ruppigen Gore-Effekte und die bizarren Charaktere erwecken direkt Vertrauen. Und dann taucht auch noch Italo-Legende George Eastman als Big Ape auf. Der wird seinem Namen mehr als gerecht, denn durch die Strahlung hat der Über-Zwei-Meter-Mann eine Affenstirn und einen unkontrollierten Haarwuchs bekommen. Eastman ist sich für nichts zu schade, und das liebe ich so an ihm. Die Ladys im Film werden von Valentine Monnier als Giara und Anna Kanakis als Ania, der einzigen gebärfähigen Frau weit und breit, verkörpert. Edmund Purdom ist der Auftraggeber von Parsifal, der in seiner Geheimbasis in Alaska residiert und die Menschheit unbedingt erhalten möchte. Insgesamt ist die Anzahl der Darsteller enorm. Viele Statisten bringen Leben in die Inszenierung, und von den eingangs erwähnten anderen italienischen Produktionen, ist FIREFLASH – DER TAG NACH DEM ENDE ohne Frage die hochwertigste. 

Motorräder, bizarre Autos, futuristische Fluggeräte, Flammenwerfer, Schallwellenwaffen, Foltergeräte usw. werden in FIREFLASH – DER TAG NACH DEM ENDE aufgefahren, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Dazu ist die Kombination aus endzeitlichem Schrott, mittelalterlichen Elementen und futuristischen Designs sehr gelungen. Viel Gewalt und Action gleichen die absurde Story aus, die immerhin konsequent bis zum Ende erzählt wird. Abgerundet wird der Endzeitspaß mit einem Score der Gebrüder De Angelis. 

(Bjoern Candidus)

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