AEROBICIDE
(KILLER WORKOUT, USA, 1987, Regie: David A. Prior)
In einem Fitnessstudio mit grausamer Vergangenheit, kommt es zu einer Reihe blutiger Morde. Detective Morgan ermittelt in dem Fall, und nach einigen Anlaufschwierigkeiten, hat er gleich mehrere Verdächtige im Visier.
Camps an idyllischen Seen, sonnendurchflutete Felder in Texas, trügerische Häuser in Kleinstätten oder aber ein Fitnessstudio wie hier, können Schauplätze für Slasher-Filme sein. Überhaupt tauchen Fitnessstudios selten als Schauplatz in Horrorfilmen auf und wenn, mehr am Rande, wie z.B. in DÄMONEN 2 (1986). Mit dem Schauplatz kann Regisseur David A. Prior (FUTURE FORCE, 1988) also schon mal punkten. Außerdem ist er recht großzügig in Sachen Tötungen, die allerdings wenig kreativ ausgefallen sind. Meistens wird den Opfern eine riesige goldene Sicherheitsnadel in den Hals gerammt, die aus der Schreibtischschublade von Rübezahl stammen könnte. Das Braten einer Dame unter einer Sonnenbank ist noch das Einfallsreichste und eine schöne Eröffnungs-Sequenz. Weniger anziehend geht es dann weiter mit einer Horde Frauen beim Aerobic in einem Fitnessstudio. Mit solchen Szenen wird man hier immer wieder konfrontiert, und die lösen den wahren Horror aus. Der eigentliche Filmscore von Todd Hayen ist soweit solide. Sanft gefoltert wird man hingegen von den zahlreichen Pop-Liedchen, die das sportliche Treiben der Damen begleiten. Aber gut, immerhin wird zwischendurch getötet. Zwar ist die ein oder andere Szene halbwegs spannend inszeniert, doch es mangelt insgesamt vor allem an Atmosphäre und Verspieltheit. Alles sieht irgendwie langweilig und viel zu hell aus, was allerdings auch am Schauplatz liegt. Was AEROBICIDE etwas abhebt von vielen anderen Slashern: das Polizei-Element. Meistens sind es die Bedrohten selbst, die sich zur Wehr setzen, aber hier mischt direkt das „Gesetz“ mit.
Unter den Darstellern bekleidet sich niemand mit großem Können, aber es gibt auch schlimmere als Marcia Karr (MANIAC COP, 1988), David Campbell (SCARECROWS, 1988) und Ted Prior (LOST PLATOON, 1990).
Eine Sternstunde ist AEROBICIDE wahrlich nicht, aber als kleiner, im 80er-Pop-Schleim ertrinkender Whodunit-Krimi-Slasher durchaus annehmbar.
(Bjoern Candidus)
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