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Pet Sematary, 1989 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE
(PET SEMATARY, USA, 1989, Regie: Mary Lambert) 

Der Arzt Louis Creed zieht beruflich mit seiner Familie nach Maine, wo man ein Haus an einer Schnellstraße bezieht. Diese Straße kostete bereits vielen Tieren das Leben, und so haben die Anwohner beschlossen, einen Tierfriedhof zu errichten. Doch von seinem Nachbarn erfährt Louis von einem weiteren Friedhof, der angeblich die Toten zurück in die Welt der Lebenden bringt. Als die Katze der Familie Creed überfahren wird, versucht Louis sein Glück und begräbt das Tier auf dem Friedhof, was sich als fataler Fehler herausstellt. Doch Louis lernt nicht aus Fehlern. 

Mit FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE verbindet mich eine lange Tradition, da es nicht nur mein erster Stephen King Roman war, der mich interessierte, sondern auch eine der ersten Verfilmungen aus seiner Feder, die ich erblickte. Trotz, dass es sich noch um eine 80er-Jahre-Produktion handelt, sieht der Film sehr viel moderner aus und gibt bereits einen kleinen Ausblick in die 90er-Jahre, in dem sich das Horrorkino immer mehr dem Mainstream-Publikum annahm. Von einer Familientauglichkeit ist hier allerdings nichts zu spüren. Das Gegenteil ist der Fall, denn hier wird eine Familie von einem Schicksal zum nächsten förmlich zerrissen. Der Selbstmord einer krebskranken Haushälterin, das Überfahren eines kleinen Jungen und die qualvollen Leiden einer an MS erkrankten Frau sind derbe Schläge in die Magengrube des Zuschauers. 

Mary Lambert lag nicht nur Kings Roman, sondern auch sein Drehbuch zu Grunde, was zu einer ordentlichen Adaption führte. Dennoch muss man einige Einsparungen und Abänderungen hinnehmen, die aber nur dem Kenner der literarischen Vorlage Probleme bereiten dürfte. Dass die tiefe Traurigkeit der Figuren im Roman schlecht in den Film hinüber gerettet werden konnte, ist fast verständlich. Und um innere Kämpfe überzeugend nach außen zu tragen, ist die Besetzung leider nicht gut genug. Und hier ist das eigentliche Hauptproblem von FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE. Dale Midkiff ist als Louis Creed gar nicht so schlecht, aber er ist von Grund auf unsympathisch und kalt. Mit Denis Crosby als Rachel Creed wird es noch schlimmer, denn die bleibt komplett blas, ausdruckslos und austauschbar. Etwas mehr Feuer kommt mit Fred ‚Herman Munster‘ Gwynne ins Spiel, der den warnenden Nachbarn Jud Crendall verkörpert. 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE glänzt wirklich nicht durch seine Darsteller, aber immerhin schaffen es die Figuren, dass man ihnen gerne in den finsteren Abgrund folgt. An Finsternis und einer unheimlichen Atmosphäre mangelt es hier wahrlich nicht. Das Set-Design des Tier- und Indianer-Friedhofs ist ausgezeichnet und wurde wunderbar in den Naturschauplatz von Maine integriert. Immer wieder kommt es zu sehr dichten, teils verstörenden Szenen, die sich einbrennen (können). Man bekommt ein paar sehr grausige Figuren (Zelda, Pascow, Timmy Baterman) geliefert, deren Masken und Make-up durchaus effektiv sind. Zusätzlich gibt es im letzten Drittel auch ein paar recht blutige, wenn auch sehr kurz Momente, die einen auf ein bitteres Finale vorbereiten.

Lambert konzentriert sich stets auf das Wesentliche, schweift nicht ab und verzichtet vollends auf Humor und Auflockerung. Hier kommt es nie zu Langweile, denn Minute zu Minute nähert man sich immer mehr dem Abgrund von Louis Creed. Veredelt wird die Inszenierung von einem gespenstischen Score von Elliot Goldenthal.

Trotz darstellerischen Schwächen ist FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE ein packendes, sehr düsteres Zombie-Horror-Familien-Drama, was zu den gelungenen King-Adaptionen gehört, trotz Abweichungen. 

(Bjoern Candidus)

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