DIE HEISSE NACHT DER KILLER
(LA MUERTE ILAMA A LAS 10, Italien, Spanien, 1974, Regie: Juan Bosch)
Die attraktive Peggy Foster arbeitet für eine Londoner Zeitung. Ihre aktuelle Laune hält sich in Grenzen, denn ihr Liebhaber Michael ist für ein paar Monate als Reporter nach Vietnam gegangen und hat sich seit dieser Zeit nicht mehr bei ihr gemeldet. Doch dann glaubt sie, Michael in einem Auto gesehen zu haben, was sie einer gemeinsamen Freundin erzählt, die ihr aber keinen Glauben schenkt. Dann kommt es zu einem tragischen Zwischenfall: Peggys neuer Untermieter ist von ihrem Balkon gestürzt, ob mit Absicht oder nicht, versucht die Polizei herauszufinden. Dann wird ihre beste Freundin Shirley ermordet aufgefunden.
Guckt man genau hin, kann man auch im Giallo-Kino italienisch-spanischen Co-Produktion entdecken, wie z.B. DIE HEISSE NACHT DER KILLER. Inszeniert wurde der Film von dem Spanier Juan Bosch (DIE NACHT DES EXORZISTEN, 1975), der sich inszenatorisch offensichtlich an seinen italienischen Kollegen orientierte. Argento, Bava und Martino sind im Aufbau gewisser Szenen gut zu erkennen, doch Bosch fehlt das nötige Feuer, um qualitativ mithalten zu können. In der ersten halben Stunde funktioniert der Spannungsaufbau noch gut und bis zum Ende kommt es immer wieder zu kurzen atmosphärischen Momenten, in denen es auch kleine Gewaltspitzen gibt, die allerdings nicht die Rede wert sind. Inhaltlich bietet DIE HEISSE NACHT DER KILLER keine großen Überraschungen, was im Giallo aber auch keine Seltenheit ist. Der Weg zum Ende ist in der Regel spannender als das Finale.
Leider sieht die Produktion insgesamt wenig aufregend aus. In erster Linie hält man sich in langweiligen Räumen von Wohnungen oder Büros auf, in denen es zu vielen Gesprächen oder kleineren Erotik-Szenen kommt. Immerhin darf man sich anfänglich an ein paar schönen Impressionen von London City laben, das Peggy mit ihrem Mini-Cooper durchfährt. Peggy wird von der gebürtigen Ägypterin Gillian Hills verkörpert, der einzigen Person, die hier etwas Liebreiz mitbringt. Von italienischer Seite bekommt man Bruno Corazzari als John Kirk Lawford geliefert. Die Besetzung ist insgesamt nicht besonders anziehend geraten, aber die verschrobenen Klischeefiguren, die sich hier auftun, passen zumindest zum Gesamtbild. Recht gelungen ist der abwechslungsreiche Score von Marcello Giombini.
DIE HEISSE NACHT DER KILLER ist leider kein großer Wurf, dennoch ist es Bosch gelungen, seinen Giallo immer knapp über Wasser halten zu können.
(Bjoern Candidus)
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