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Slave of the Cannibal God, 1978 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN
(LA MONTAGNA DEL DIO CANNIBALE, Italien, 1978, Regie: Sergio Martino)

Susan Stevenson begibt sich nach Neuguinea, um ihren verschollenen Ehemann Henry zu finden. Auf ihrer Expedition in den Dschungel begleitet sie ihr Bruder Arthur, Professor Edward Foster und der Arzt Manolo. Doch die Gegend ist alles andere als sicher, denn nicht nur gefährliche Tiere, sondern auch ein Kannibalen-Stamm treibt in den Urwäldern seinen Unwesen.

Sergio Martino reitet, wie es bereits der Titel vermuten lässt, mit DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN auf der damals erfolgreichen Kannibalenfilm-Welle, die durch Umberto Lenzis MONDO CANNIBALE (1972) ausgelöst wurde. Wie in den Vertretern davor und danach bewegt man sich auch hier im Rahmen eines Abenteuerfilms, was für mich auch den Reiz dieses Subgenres ausmacht. Große Abenteuer werden hier freilich nicht erlebt. Die unangetastete Natur in all ihren Facetten ist meistens der wahre Jakob dieser Produktionen. Wie auch sein folgender Film, FLUSS DER MÖRDERKROKODILE (1979), wurde auf Sri Lanka gedreht. Flüsse, Wälder und Felsen bestimmen das Bild und zeigen eindrücklich das Wirken von Mutter Natur. Doch Martino wartet nicht lange, um das wahre Grauen seiner Inszenierung auszupacken: Tiersnuff. In diesem Punkt gehört DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN zu den widerlichsten Vertretern. Die Details erspare ich uns an dieser Stelle gerne. Die fiktiven Gore-Szenen, wie eine Enthauptung, das Abtrennen eines Penis und das Ausweiden eines Menschen, wirken vergleichsweise harmlos. Leider kann Martino diese unschönen Umstände auch nicht durch seine Besetzung gutmachen. Der von mir geschätzte Stacy Keach wirkt als Professor Edward Foster genau so eklig und unsympathisch wie Claudio Cassinelli als Manolo und Antonio Marsina als Arthur Weisser. Ganz schlimm wird es mit Ursula Andress als Susan Stevenson. Der Titel DIE ÄTZENDE GÖTTIN DER KANNIBALEN wäre hier treffender gewesen. Klar, in einem gefährlichen Dschungel voller wilder Tiere und hungriger Kannibalen wird kaum Partystimmung aufkommen, dennoch wirkt hier jeder so, als wäre ihm eine verdammt große Laus über die Leber gelaufen. Aber vielleicht war auch einfach nur das Kokain scheiße. 

Ansonsten liefert Martino die übliche rassistische Sicht des Weißen auf Naturvölker und zeigt obligatorische Rituale mit allem Pipapo, Kannibalen im Selbstbefriedigungsmodus, einen Kannibalen, der ein Wollschwein fickt und die oben erwähnten Grausamkeiten. Spannung lässt Martino aus, und der Score von Guido und Maurizio De Angeles läuft gefühlt in einer Dauerschleife, ohne groß zu variieren. 

Im ohnehin zwiespältigen Kannibalenkino gehört DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN leider nicht zu den Sternstunden. Definitiv einer der schlechtesten Filme von Sergio Martino.

(Bjoern Candidus)

←The Killer Wore Gloves, 1974 – ★★½
Cry of a Prostitute, 1974 – ★★★★→

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