THE DEAD
(GB, 2010, Regie: Howard J. Ford, Jonathan Ford)
Nachdem ein Rettungsflugzeug des US-Militärs abstürzt, muss sich der überlebende Ingenieur Lt. Brian Murphy durch ein zombieverseuchtes Westafrika kämpfen, um einen im Norden gelegenen Stützpunkt zu erreichen. Murphy trifft auf den Afrikaner Sgt. Daniel Dembele, der ihn schließlich begleitet und gemeinsam mit ihm gegen Wasserknappheit und Zombies kämpft.
Die beider Brüder Howard J. und Jonathan Ford haben sich mit THE DEAD mitten in der Welle des Neuen Zombiekino des 21. Jahrhunderts dazu entschlossen, es wieder langsamer anzugehen. Die vielen sehr agilen Zombies, die zwar insgesamt mehr Gefahren bergen, weichen hier wieder den langsamen und verbreiten damit den nötigen Old-School-Zombie-Charme der 60er-90er-Jahre. Das Zombie-Design ist wie eine Mischung aus George A. Romeros Untoten und denen aus dem italienischen Kino, allerdings ohne die Matschköpfe zu berücksichtigen. Die Zombies, die hier durch die Gegend wandeln, sind ausschließlich frische wiederauferstandenen Tote. Die anfänglichen Szenen, in denen Lt. Murphy an den Strand gespült wird, erwecken sogar Erinnerungen an IN DER GEWALT DER ZOMBIES (1980) von D‘Amato, während ich später an Francos OASE DER ZOMBIES (1983) denken musste.
Die Story von THE DEAD hat nicht viel zu bieten, dafür machen Rob Freeman als Murphy und Prince David Oseiq als Sgt. Dambele einen guten Eindruck, und für eine gewisse Zeit wird THE DEAD zu einer Art wortkargen Buddy-Movie ohne einen Funken Humor. Murphy und Dambele, zwei Männer unterschiedlicher Kultur, die gemeinsamen in der afrikanischen Steppe um ihr Überleben kämpfen, reichen als Hauptakteure durchaus aus. In der Mitte kommt es zwar zu ein paar Hängern, obwohl mehr möglich gewesen wäre, aber insgesamt sorgen die Fords dafür, dass man zwischendurch immer wieder mit Zombie-Action versorgt wird. Es kommt zwar zu durchaus ruppigen und grausamen Momenten, die manchmal rasant inszeniert wurden, aber selten ist THE DEAD hektisch. Lobenswert sind auch die Gore-Effekte, bei denen man auf CGI-Verzichtet hat, zumindest ist es mir nicht aufgefallen.
Am meisten konnte mich aber der Schauplatz begeistern. Gedreht wurde in Burkina Faso und Ghana, was eine absolute Seltenheit im Horror-Genre ist. Weitläufige Steppen, Wüste, schöne Felslandschaften, Lehmhütten und die ständigen Geräusche der Zikaden sind der Zauber von THE DEAD, der diesen Zombiefilm von den vielen anderen absetzt. Sonne und Trockenheit zeichnen sich überall ab und vermitteln ein Gefühl der totalen Ödnis am Ende der Welt, wo ich den ein oder anderen langweiligen Moment durchaus verzeihen kann, nein, fast erwarte.
Wer auf klassische Zombiefilme steht und ein unverbrauchtes Setting erleben möchte, dem sei THE DEAD empfohlen.
(Bjoern Candidus)
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