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Moonage Daydream, 2022 – ★★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

MOONAGE DAYDREAM
(Deutschland, USA, 2022, Regie: Brett Morgen)

Zwei Filme haben meine Kindheit sehr stark geprägt: DIE UNENDLICHE GESCHICHTE (1984) und DIE REISE INS LABYRINTH (1986), die sich beide VHS-Kassette Nr. 6 teilten. DIE REISE INS LABYRINTH muss ich sogar im Dezember 1986, bzw. Januar 1987 mit meinen Eltern im Kino gesehen haben. All die Monster und bizarren Orte haben mich fasziniert, und in mitten all den Kreationen aus dem Hause Jim Henson stach ein Darsteller hervor, der bis bis heute einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat: David Bowie. 

Der Weg durch den Film zu seiner Musik hätte nicht einfacher laufen können, und so wurde der Mann für mich gleich doppelt interessant. Mit 11 oder 12 sah ich dann BEGIERDE (1983) im Fernsehen, ein Horrorfilm mit David Bowie mit vampirischer Thematik. Wow! 1995, als ich 14 war, kam Bowie mit seinem finsteren Album „Outside“ zurück. Genau das richtige Album, um einen pubertären, pessimistisch geprägten Bjoern zu faszinieren und David Bowie vollends zum persönlichen Held zu ernennen. Ich könnte hier noch ganz viel schreiben, aber ich kürze ab, denn eigentlich soll es ja um MOONAGE DAYDREAM gehen. 

Einer der traurigsten Tage, die ich bisher erlebt habe, war der 10.01.2016. Zwei Tage nach seinem Geburtstag verstarb David Bowie, der sich kurz davor mit seinem letzten Album „Blackstar“ zurückgemeldet hat, um dann für immer aus dem irdischen Leben zu treten. 

Mit der Sichtung von MOONAGE DAYDREAM von Brett Morgen habe ich mir lange Zeit gelassen, da ich Angst hatte, emotional zu sehr berührt zu werden. Nicht, dass man sich vor Emotionen verstecken sollte, aber manchmal sind sie einfach unpassend. Doch der richtige Zeitpunkt war gekommen und MOONAGE DAYDREAM landete im Player und hat mich über zwei Stunden weggeblasen, weggeblasen in die facettenreiche Welt von David Bowie in allen Tönen, Farben und Formen, durch alle Jahrzehnte. Station to Station. 

Man sieht ihn bei Live-Konzerten, auf seinen Ausflügen in Asien während der Serious Moonlight Tour und bei sämtlichen Interviews, in denen er seine persönliche Ansichten, Einstellungen und Lebensweisheiten preisgibt, ohne sich, bzw. ihn zu entmystifizieren, schließlich ist der Film nach Davids Tod entstanden. Und so lernt man David durch seine eigene Worte kennen, wie er von einem bizarren Rockstar, der sich in sämtliche Rollen begeben hat und kurz davor war, sich mit Drogen hinzurichten, zu einem aufgeräumten, gewitzten Musiker wurde, der das Jetzt liebte und lieber nach vorn statt zurück blickte. Statt schwülstig oder übertrieben theatralisch zu sein ist MOONAGE DAYDREAM ein wunderbarer Blick auf David Bowie und den Dingen, die ihn ausmachten und weiter ausmachen. 

Zwischen den zahlreichen Momentaufnahmen und den optischen Veränderungen Bowies werden auch immer wieder Popkulturelle-Artefakte gestreut, die ihn faszinierten. NOSFERATU, METROPOLIS, DER ANDALUSISCHE HUND… Menschen, die ihn inspirierten, wie William S. Burroughs, Friedrich Nietzsche, Karl Marx und Aleister Crowley blitzen auf. 

MOONAGE DAYDREAM ist eine faszinierende Künstler-Collage auf ganz hohem visuellen Niveau und für einen Bowie-Fan unverzichtbar. Danach war ich sehr aufgebaut und traurig zugleich. Ganz viel Liebe für MOONAGE DAYDREAM! 

(Bjoern Candidus)

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Dahmer, 2002 – ★★★★→

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