DIE RACHE DES UNGEHEUERS
(REVENGE OF THE CREATURE, USA, 1955, Regie: Jack Arnold)
Der totgeglaubte Kiemenmensch vom Amazonas lebt doch noch und wird von einem Expeditionsteam in einen Unterwasserzoo nach Florida gebracht. Dort studiert man das Wesen, und das Wesen studiert Helen Hobson, in das es sich prompt verliebt und einen Fluchtversuch startet.
Nachdem der SCHRECKEN VOM AMAZONAS das Kinopublikum begeisterte und der Kiemenmensch zu einem erfolgreichen Filmmonster wurde, war eine Fortsetzung fast unausweichlich. Und so legte Universal zwei Jahre später nach, wieder mit Jack Arnold als Regisseur.
Leider ist das Ergebnis weitaus weniger gelungen. Anfänglich führt die Reise wieder zum Amazonas, was den schönen Dschungelschauplatz zurück auf die Leinwand bringt. Doch nachdem man den totgeglaubten Kiemenmensch gefangen genommen hat, geht es nach Florida in einen Unterwasserzoo, und dort beginnt die Inszenierung schlagartig die Spannung und Atmosphäre zu verlieren. Auch sympathische Figuren wie im Vorgänger werden mit John Ager als Professor Clete Ferguson und Lori Neslon als Helen Dobson leider nicht geliefert. Dementsprechend war mir auch die erneute Verliebtheit des Kiemenmenschen in eine Menschenfrau herzlich egal. Vielmehr stellt sich die Frage, warum er sich in eine Spezies verliebt, die ihm nicht gut gesonnen ist.
Nachdem sich der Großteil der Inszenierung in einem langweiligen Unterwasserzoo bewegt, wo man den Kiemenmensch unter Wasser angekettet zeigt, wo man Delfine sieht und unsympathischen Figuren bei Unterhaltungen folgt, kommt dann im letzten Drittel etwas Action und Spannung auf, wenn das Ungeheuer zur Entführung von Helen Dobson schreitet. Eine obligatorische Hetzjagd beginnt, und das Finale kommt wenig überraschend daher.
DIE RACHE DES UNGEHEUERS ist leider nur eine lauwarme, ohnehin unnötige Fortsetzung, die sich immerhin durch das Monster selbst retten kann und handwerklich auf einem guten Niveau ist.
(Bjoern Candidus)
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